Alternativen zum Supermarkt

einkaufswagen
Jede Woche das gleiche Bild: Dabei stehen die Einkaufswagen nicht nur vor den Supermärkten in langen Schlangen (Foto: khv24 / pixelio.de).

Sie sind heute wahrscheinlich die Hauptschnittstellen zwischen Produzenten und Konsumenten – die Supermärkte. Mindestens einmal pro Woche bin auch ich in einem der großen Einkaufstempel unterwegs, um mir meinen Lebensmittelnachschub zu besorgen. Jedes Mal wenn ich dort bin, rattern mir Fragen durch den Kopf wie: Wie wurde das Obst und Gemüse, das ich in meinen Einkaufswagen lege, angebaut? Kommt es aus der Region? Oder gibt es alternative Anbieter, die ihr Obst und Gemüse nicht mit Plastikfolie umhüllt verkaufen? Und wie kann ich lange Kassenschlangen und unentspannte, drängelnde Menschen beim Einkaufen vermeiden?

Ich habe nun in den vergangenen beiden Wochen versucht, erste Alternativen zu Supermärkten für mich zu finden. Allerdings möchte ich vorab darauf hinweisen, dass die nachfolgende Liste  keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ich gebe lediglich ein paar meiner ersten Erfahrungswerte wieder.

1. Biomärkte

Von außen betrachtet, sehen einige aus, wie normale Supermärkte. Schon beim Reingehen herrscht hier jedoch meist eine ganz andere Atmosphäre. Jedenfalls habe ich bei meinen Ausflügen zu Biomärkten bislang noch keine drängelnden Menschen erlebt, die sich mit ihren großen Einkaufswagen versuchen, an dir vorbeizuschlängeln. Auch ellenlange Schlangen an der Kasse erlebst du hier selten. Alles ist dort ein bisschen kleiner als im Supermarkt. Das Angebot ist, zumindest bei Alnatura oder denn’s Biomarkt, dennoch sehr umfangreich und reicht von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Naturtextilien. Selbst Utensilien zum Biogärtnern wie Biodünger oder torffreie Erde habe ich bei Alnatura in einem Regal gefunden.

Wenn du Produkte aus ökologischer Erzeugung suchst, bist du hier richtig. Viele Produkte sind mit anerkannten Biosiegeln von Demeter oder Bioland gekennzeichnet, zahlreiche Artikel stammen aus der Region. Bio Obst und Gemüse ist hier oft sehr klein, dafür kannst du dir zumindest sicher sein, dass bei der Aufzucht keine künstlichen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen. Da das Betreiben von Ökolandwirtschaft jedoch aufwendiger ist, hat die angebotene Qualität auch ihren Preis. Dieser Preis verhindert wiederum, dass ich mir beispielsweise permanente  Einkäufe für die gesamte Woche in Biomärkten leisten kann. Einmal pro Woche mache ich jedoch einen Abstecher in Biomärkte, um Neues zu entdecken, Kleinigkeiten auszutesten und verschiedene Märkte mit ihrem Angebot zu erleben.  Für Hamburg gibt es hier eine schöne Übersicht an Biomärkten.

2. Wochenmärkte

Vielerorts gibt es in Großstädten die Möglichkeit, Wochenmärkte in entspannter Atmosphäre zu besuchen. In Hamburg hat jeder Stadtteil seinen eigenen. Auch hier ist das Angebot sehr vielfältig und reicht von Obst und Gemüse über Fleisch und Käse bis hin zu Blumen. Wenn du zeitig genug hingehst, ersparst du dir außerdem Menschenansammlungen und erlebst das volle Angebot. Die Händler auf den Wochenmärkten stammen aus der Region. Doch Achtung, das bedeutet nicht, dass ihre Waren auch immer automatisch aus der Region kommen. Viele Anbieter beziehen ihre Produkte auch vom Großmarkt. Das erkennst du daran, dass dir mitten im Winter beispielsweise Zitrusfrüchte aus der Angebotskiste entgegen strahlen. Um sicher zu gehen, woher beispielsweise das angebotene Obst und Gemüse tatsächlich stammt, besteht hier jedoch die Möglichkeit, beim Verkäufer direkt nachzufragen.

Die Preise sind mit denen im Supermarkt vergleichbar. Oftmals lässt sich mit den Händlern am Stand auch noch um den Preis feilschen, vorausgesetzt man bringt ein wenig Kommunikationsbereitschaft mit. Ein Manko ist, dass viele Wochenmärkte nur montags bis freitags geöffnet haben und somit für Berufstätige schwierig zu besuchen sind. Dennoch war der Besuch auf dem Wochenmarkt für mich ein spannendes Erlebnis, das ich, wenn die Zeit es zulässt, weiter verfolgen möchte; schon allein, um weitere Stadtteile kennenzulernen. Für Hamburg findest du hier eine Liste für Wochenmärkte und Öko-Wochenmärkte (, die auch Samstags geöffnet haben).

3. Bio Obst- und Gemüsekiste

Wer keine Lust auf Bio- oder Wochenmarkt hat, kann sich seine Bio-Lebensmittel inzwischen auch nach Hause liefern lassen. Im Web finden sich hierzu unzählige Angebote, die meisten mit Kennenlernangeboten. Einen davon habe ich kürzlich auf Empfehlung ausgetestet und war ganz angetan davon. Bei der Auswahl des Händlers war mir persönlich wichtig, dass er aus der Region stammt und Produkte mit anerkanntem Biosiegel vertreibt. In diesem Fall habe ich mich für das Gut Wulksfelde (Hier gibt es auch einen Hofladen und es besteht sogar die Möglichkeit, selbst Gemüse anzubauen und zu ernten) entschieden, das Produkte unter dem Biosiegel „Bioland“ anbietet. Das Bioland Siegel steht dafür, dass auf Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetische Dünger und Pestizide verzichtet wird.

Das Bestellen der Bio-Obstkiste gestaltete sich anschließend ziemlich einfach. Um das Angebot kennenzulernen, entschied ich mich für eine Schnupperkiste mit Bio Obst und Gemüse für 20 Euro. Dafür musste nur das entsprechende Online-Bestellformular ausgefüllt werden. Am nächsten Tag erhielt ich dann einen Anruf, um die letzten Bestellformalitäten zu klären und den Termin für die Probekisten-Lieferung zu erhalten. Bei vielen Anbietern von Bio Obst- und Gemüsekisten kann man zudem Sortimentskisten in verschiedenen Größen bestellen, die beispielsweise dann nur Obst und Gemüse aus der Region enthalten. Wer berufstätig ist und zum angegebenen Liefertermin nicht zu Hause ist, kann mit den Lieferservices auch einen Ort vereinbaren, wo die Kiste abgestellt werden soll oder sie direkt zur Arbeitsstelle liefern lassen. Darüber hinaus lässt sich in der Regel auch festhalten, in welchen Abständen eine Biokiste geliefert werden soll. Und wenn man bestimmtes Obst oder Gemüse gar nicht mag, kann man das vorab auch angeben.

Obstkiste
Bio-Lieferservice nach Hause vom Gut Wulksfelde bei Hamburg

Mit dem Inhalt meiner bestellten Schnupperkiste war ich wie gesagt sehr zufrieden. Das Angebot war für den Preis sehr umfangreich, vielfältig und frisch. Und ich bekam durch die gelieferten Lebensmittel Anregungen, neue Rezepte auszuprobieren, beispielsweise dieses hier:

Vegane Lauch-Kartoffel- „Käse“-Suppe mit Porree und Cashewnüssen sowie abgeschmeckt mit Senf.

4. Selbst anbauen

Als Städter hast du heute vielerorts außerdem die Möglichkeit, in Randgebieten mit Hilfe von so genannten Selbsternte-Projekten ein eigenes kleines Stück Acker zu mieten und zu bestellen. Allerdings ist das alles mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, den es nicht zu unterschätzen gilt. Da ich zudem kein Auto besitze, ist es für mich schwer, ohne Weiteres in diese Randgebiete der Stadt (oder sogar außerhalb) zu gelangen. Wer dennoch ein wenig damit experimentieren möchte, eigenes Gemüse anzubauen, dem empfehle ich, sich dem im Kleinen über das Balkongärtnern zu nähern. Egal ob Kräuter auf der Fensterbank oder Salate im Balkonkistchen – wer sich einmal mit dem Thema beschäftigt, merkt schnell, dass hier mehr möglich ist, als man zunächst annimmt. Und noch etwas realisiert man dabei, nämlich wie viel Geduld und Vorbereitung es bedarf, ehe aus einem Saatkorn überhaupt erst mal ein kleines Pflänzchen entsteht. 😉

4 Gedanken zu “Alternativen zum Supermarkt

  1. Hallo!

    Ich bin ja ein Fan von Wochenmärkten, da bekommt man wirklich fast alles und unterstützt die Bauern der Umgebung. Dadurch, dass sie direkt verkaufen können, bekommen sie auch einen deutlich besseren Preis als beim Verkauf an den Händler. Das finde ich gut. Und müllreduziert ist es auch noch.

    lg
    Maria

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  2. Die Obst-oder Gemüsekiste ist eine tolle Sache, das werde ich auf alle Fälle ausprobieren. Mich nervt nämlich der Einkauf im Supermarkt ungemein. Obst und Gemüse aus der Region erhält man dort so gut wie nie. Vielen Dank für den Tipp.
    LG M.

    Gefällt 1 Person

  3. Dieselben Fragen schwirren mir auch durch den Kopf, wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe. Im Moment bin ich in Argentinien, wo ich meine Sachen überwiegend in kleinen Gemüseläden und „Tante-Emma-Läden“ kaufe. Im Prinzip verkaufen sie die gleiche Ware wie die Supermärkte, aber es ist sehr viel persönlicher, weniger stressig und die Verkäufer sind viel netter. Sobald ich wieder zuhause bin, werde ich mich nach Alternativen umsehen, allerdings gibt es in meiner Region keine expliziten Biosupermärkte und einen Wochenmarkt, der zu einer Zeit stattfindet, zu der wohl kaum ein Werktätiger einkaufen gehen kann, aber mal sehen. Vielen Dank für die Zusammenstellung an weiteren Alternativen!
    Liebe Grüße,
    Miss Margarite

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