Wenn du strauchelst, dich gesund zu ernähren …

Weg zum Ziel
Der Weg zu einem Ziel verläuft oft nicht geradlinig, ist häufig mit zahlreichen Anläufen verbunden und/oder mit Nachjustierungen. (Foto: El-Fausto / pixelio.de)

In dieser Woche wollte ich in meinem Blog eigentlich davon erzählen, wie ich eine gesunde Ernährung in meinen Arbeitsalltag integriere. Da ich das in den letzten Tagen allerdings leider nicht geschafft habe, in die Tat umzusetzen, möchte ich das Thema an dieser Stelle erst mal zurückstellen. Es macht sich eine andere Frage breit. Woran liegt es eigentlich, dass wir oft mit Plänen scheitern, die wir uns vorab so schön im Kopf ausgemalt haben und was können wir tun, damit sie am Ende doch noch gelingen? Darum soll es nachfolgend gehen: um eine persönliche Spurensuche anhand der Ernährung.

Punkt 1: Eine gute Planung ist oftmals die halbe Miete.

Pläne auszuhecken und Vorsätze daraus abzuleiten ist einfach. Wenn ich mir beispielsweise vornehme, mich gesund zu ernähren, bin ich schnell begeisterungsfähig und von der Idee fasziniert. Problematisch wird es jedoch, wenn eine Idee anschließend nicht zu Ende gedacht und unter anderen außer Acht gelassen wird, welche Dinge überhaupt benötigt werden, um den Plan richtig zu realisieren. So geschehen bei mir in den vergangenen Tagen. Ich hatte mir zwar vorgenommen, mich gesund zu ernähren, dafür aber dummerweise keine ernsthaften Vorkehrungen getroffen. So hatte ich mir weder Gedanken gemacht, welche Mahlzeiten ich während der Arbeitszeit zu mir nehmen möchte, noch vorab die entsprechenden Zutaten besorgt, um gesund durch den Tag zu kommen. Fatal! Am Montag stand ich dann da im Büro – ohne gesundes Essen und musste gezwungenermaßen auf schlechte Alternativen ausweichen, um dem knurrenden Magen entgegen zu wirken. Merke: gesunde Ernährung hat immer mit Planung zu tun. Du solltest dir am Wochenende wenigstens ein paar Minuten Zeit nehmen, um die anstehende Woche essenstechnisch zu planen. Was gibt es zum Frühstück, was mittags, was abends und was benötigst du vielleicht noch für zwischendurch? Die Zutaten brauchst du noch nicht für die ganze Woche zu besorgen (zu mal viele schnell verderbliche Sachen darunter sein werden). Es reicht für die ersten beiden Wochentage vorzusorgen und den Bedarf dann sukzessive in der Woche aufzufüllen.

Punkt 2: Sag nicht „Ja“, wenn du „Nein“ meinst!

Ein ganz wichtiger Punkt, der aus meiner Sicht auch auf viele andere Lebensbereiche zutriffst, ist folgender: Höre stets in dich hinein, was du wirklich möchtest. Triff dann deine Entscheidung und steh dazu, mit allen Konsequenzen. Ein äußerst simples Beispiel: die Mittagszeit der Arbeitswoche wird oft dazu genutzt, um mit Kollegen gemeinsam Essen zu gehen. Auch bei mir. Das ist einerseits schön, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wenn das Essensangebot jedoch wenig Gesundes bereithält, kann das am Ende sehr unbefriedigend und kontraproduktiv sein. Was ist nun die Handlungskonsequenz? Sich immer wieder vor Augen führen, was man tatsächlich möchte und dieses Ziel dann auch konsequent verfolgen. Das kann dazu führen, dass man am Ende eben „Nein“ zum gemeinsamen Mittagessen sagen muss, um stattdessen auf das gesunde Selbst- und Mitgebrachte umzusteigen. Das bringt dich dann am Ende auf jedem Fall deinem Ziel näher, dich gesund zu ernähren, und ist definitiv besser, als „Ja“ zu sagen, obwohl du eigentlich „Nein“ meinst. Bedenke außerdem: Was bringt es dir letzten Endes, wenn du dich hinterher nur grün und blau ärgerst, wenn du wieder einmal nicht von vornherein konsequent warst? Und wer weiß, vielleicht begeisterst du am Ende ja sogar den ein oder anderen Kollegen auf eine gesunde Mittagspausen-Variante umzusteigen, wenn du dranbleibst …

Punkt 3: Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor!

Auch ich muss mir das immer wieder bewusst machen, dass es einfach nicht funktioniert, alles gleichzeitig machen bzw. haben zu wollen. Alles hat seinen Preis! Letzte Woche beispielsweise versuchte ich, neben der gesunden Ernährung auch ein adäquates Sportprogramm umzusetzen. Ich machte den Fehler, dass ich sofort zu viel wollte. Da das Sportprogramm einige Abendstunden ausfüllte, fehlte mir anschließend die Willenskraft,  in der Küche noch das Essen für den nächsten Arbeitstag vorzubereiten. Am Ende war der Frust groß, weil ich es nicht schaffte, mein Vorhaben mit der gesunden Ernährung in die Tat umzusetzen. Damit das kommende Woche nicht wieder passiert, habe ich nun folgenden Plan geschmiedet: An den Tagen, an denen es abends zum Sport geht, gibt es am nächsten Tag während der Mittagszeit im Büro einen leckeren selbstgemachten Salat. Der benötigt nicht viel Aufwand vorab und macht aber gleichzeitig satt. An den Abenden, an denen kein Sport ansteht, bereite ich eine Mittagsmahlzeit für den nächsten Tag vor, die maximal aus fünf Zutaten bestehen soll. So möchte ich den Arbeitsaufwand unter der Woche in Grenzen halten und mich trotzdem gesund ernähren. (Am Wochenende darf die Zubereitung der Mahlzeiten dann gern aufwändiger sein.)

Punkt 4: Genieße das Zubereiten der Mahlzeiten.

Wann haben wir eigentlich verlernt, Mahlzeiten und damit meine ich auch das Zubereiten solcher, zu genießen? Alles muss immer schnell, schnell gehen, effizient sein; auch beim Essen. Wir vergessen dabei, dass es beispielsweise unheimlich entspannend sein kann, stumpf Zutaten wie Pilze oder Möhren zu schnippeln. Mach dir mal Folgendes klar: Es entsteht etwas, selbst beim Kleinschneiden, dass man anschließend anfassen kann (anders als bei vielen Bürotätigkeiten, die wir heutzutage ausüben). Für mich hat das immer etwas Meditatives (mit dem Abwasch ist es übrigens genauso). Ich finde außerdem, dass wir das Kochen nicht länger als Zwang betrachten sollten, sondern als etwas, dass Spaß bringt und bei dem man obendrein seine Kreativität anregen kann. Spannend wird es beispielsweise, wenn du beim Kochen der Zutaten plötzlich mit Gewürzen experimentierst oder nur drei Zutaten zur Hand hast. Dann beginnt das Improvisieren. Gleichzeitig kannst du durch Gewürze unglaublich viele verschiedene Geschmacksrichtungen kreieren und entdecken. Essen ist so etwas Essentielles, dass wir den Mahlzeiten aus meiner Sicht unbedingt wieder einen höheren Stellenwert einräumen sollten. Es lohnt sich, hier dranzubleiben und Neues auszuprobieren.

Punkt 5: Belohnungen haben kurze Beine.

Genauso wie du dich nach einem langen Arbeitstag mit nutzlosen Dingen belohnen kannst, funktioniert das auch wunderbar über das Essen. Abends noch süße Schokolade und/oder fettige Pizza … und dir scheint es im nächsten Moment schier wunderbar zu gehen, obwohl du vor einer halben Stunde noch schlecht gelaunt warst. Es ist heute in all unserem Überfluss auch zu einfach, mal eben schwuppdiwupp ein Bedürfnis befriedigen, das kurzfristig aufgekommen ist. Doch was ist der Preis dafür? (Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen:) Hattest du schon mal einen Fettkater? Wenn du kaum einschlafen kannst, weil dir fettiges, schwer verdauliches Essen im Magen liegt, dann weißt du was ich meine. Oder was ist mit der Antriebslosigkeit oder der schlechten Laune am nächsten Morgen? Ist dir das die „schnelle, süße, fettige oder salzige Belohnung“ wert? Vielleicht sollten wir uns, statt zu diesen „Belohnungen“ zu greifen, einmal mehr fragen, was wir in solchen Momenten versuchen zu kompensieren. Auch scheint die Frage berechtigt zu sein, warum wir glauben, uns überhaupt belohnen zu müssen?

Punkt 6: Gib nicht gleich auf bei Rückschlägen!

Ich gebe zu, das Thema Ernährung frustriert mich an manchen Tagen. Manchmal bin ich überschwänglich, habe das Gefühl, alles im Griff zu haben, um im nächsten Moment zu spüren, dass mir alles dermaßen entgleitet. Was mir Kraft gibt, nach Rückschlägen wie in dieser Woche immer wieder von Neuem optimistisch weiterzumachen, und das Ziel der „gesunden Ernährung“ zu verfolgen, sind die Momente, in denen etwas geklappt hat, ich standhaft war oder ich ein neues, leckeres Rezept entdeckt habe. Außerdem versuche ich nicht länger, wenn etwas schief gelaufen ist, mich mit Selbstvorwürfen zu malträtieren. Stattdessen mache ich mir Gedanken, wie ich es beim nächsten Mal einfach besser machen kann. Und wenn es kleine Schritte sind, die dich deinem Ziel näher bringen, ist das auch okay … Denn auch sie bringen dich letzten Endes ans Ziel. Wichtig ist immer, aus Fehlern zu lernen. Also haken wir die letzte schlechte Ernährungswoche ab und blicken stattdessen nach vorn in eine neue Woche, in der es heißt, die gesunde Ernährung wieder eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Jeder von uns hat es selbst in der Hand. Machen wir was draus!

5 Gedanken zu “Wenn du strauchelst, dich gesund zu ernähren …

  1. Hallo !
    Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das Tempo UND Planung Hand in Hand gehen.

    Wie Du schon schreibst, solltest Du nicht zu viel auf einmal wollen, sondern Schritt für Schritt gehen. Fange mit 20 gesunden Alternativen zu Deiner jetzigen Ernährung an. Beispiele aus meiner ärztlich betreuten Umstellung ist „Ich esse einen Apfel und eine Banane statt einem Schokoriegel“ oder „Ich koche am Sonntag zwei Portionen und esse die zweite am Montag“. Irgendwann habe ich das immer so gemacht und es kamen neue 20 Punkte bis ich umgestellt war. Das war Plan und schrittweise Umsetzung in einem, was mir sehr geholfen hat.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Vorhaben, gibt Dir aber Zeit dafür, es geht leider nie von einem Tag auf den nächsten.

    Gefällt 1 Person

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