Vom Suchen und Erkennen echter Lebensmittel

5.1.2
Gehören zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung: frische, unverarbeitete, pflanzliche Lebensmittel (Foto: Peter_Pleischl / pixelio.de)

Hast du dich schon einmal gefragt, was Lebensmittel genau sind? – Laut Wikipedia sind darunter Substanzen zu verstehen, die konsumiert werden, um den menschlichen Körper zu ernähren. Sie sind lebensnotwendig, bestehen im Wesentlichen aus Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Lipide, Proteine) und führen dem Menschen chemisch gebundene Energie zu. So weit so gut. Hast du inzwischen nicht aber auch das Gefühl, dass richtige Lebensmittel immer mehr von einer anderen Art der Nahrungsmittel, dem so genannten Convenience Food verdrängt werden? Diese englische Buchstabenfolge heißt so viel wie „bequemes Essen“ und steht, ebenfalls laut Wikipedia, für vorgefertigte Lebensmittel, bei denen Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernehmen, um weitere Zubereitungen, beispielsweise in Privathaushalten oder der Gastronomie, zu erleichtern. Erfunden wurde das Convenience Food irgendwann in den 50er Jahren und hat seitdem eine unglaubliche Erfolgsgeschichte in unseren westlichen Ländern hingelegt.

Wenn du zu den Ottonormalverbrauchern zählst wie ich, dann wirst du deine Lebensmittel in den vielen Supermärkten kaufen, die es in den Städten und Dörfern gibt. Zum Teil sprießen sie dort auch wie Pilze aus dem Boden. (In der Großstadt gefühlt aller 200 Meter.) Ich bin einerseits immer wieder sehr erstaunt über die steigende Zahl der Supermärkte, im nächsten Moment aber auch wieder nicht. Essen ist für das Leben essentiell und hat für uns auch etwas mit Genuss zu tun. Nun ja, leider übertreiben wir es mit dem Genuss inzwischen wohl etwas und sind nun unersättlich geworden nach den verführerisch, leckeren Sachen, die es beispielsweise in den ganzen Supermärkten gibt. Dem Convenience Food, das vor allem süß, salzig und fettig daher kommt …

Ein Miniabriss über „bequemes Essen“ aus dem Supermarkt

Du stehst im Supermarkt und greifst dir eine Dose Fertigravioli, die dir mit ihrem schön gestalteten Bild direkt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. „Eine Mahlzeit ohne lange kochen zu müssen. Schnell warm gemacht und Zeit gespart für andere Dinge“, denkst du dir. Dann wirfst du einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Mahlzeit auf der Rückseite der Dose und die Freude an das Essen verblasst langsam. Wörter wie modifizierte Stärke, Geschmacksverstärker oder Eigelbpulver springen dir da entgegen. Aneinandergereihte Buchstaben mit denen du nicht wirklich etwas anfangen kannst und die das Produkt so technisch, so designt daher kommen lassen. Du stellst die Dose zurück und probierst es stattdessen mit Tiefkühlpizza. Doch auch bei diesem Produkt findest du Wörter wie aufgeschlossenes Sojaeiweiß, Säuerungsmittel wie Milchsäure oder Hefeextrakt auf der Zutatenliste. Eine komplizierte Kette von Nährstoffen, die industriell so zusammengefügt wurden, dass sie am Ende das Aussehen eines Nahrungsmittels annehmen.

Viele der Produkte, die wir in den heutigen Supermärkten und Discountern vorfinden, sind industriell weiterverarbeitet. Wir haben hier Substanzen in schönen Verpackungen, die zwar essbar sind und den Anschein von Lebensmitteln haben, es aber letzten Endes gar nicht sind. Zudem stellt sich immer wieder die Frage, ob uns diese zusammengefügten Nährstoffe überhaupt gut tun und ausreichend Energie spenden, um uns erfolgreich durch den Tag zu bringen? Ich habe mir diese Fragen aufgrund meiner Vorgeschichte irgendwann mit „Nein!“ beantwortet und mich im Zuge dessen langsam auf die Suche nach Alternativen begeben.

Allerdings ist das alles auch wieder gar nicht so einfach. Viele Produkte erwecken zunächst nämlich gar nicht den Anschein, als seien sie industriell weiterverarbeitet. Deshalb heißt es erst mal, echte Lebensmittel von den modifizierten zu unterscheiden. Einen guten Ansatz dafür hat aus meiner Sicht der Autor und Journalist Michael Pollan entwickelt und in dem Buch „Lebensmittel“ niedergeschrieben:

  • Essen Sie nichts, was Ihre Urgroßmutter nicht als Lebensmittel erkannt hätte.
  • Meiden Sie Lebensmittel, die a) Ihnen unbekannte, b) unaussprechliche, c) mehr als fünf Zutaten oder d) fructosereichen Maissirup enthalten.
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die auf ihrer Verpackung behaupten, gesund zu sein.
  • Erledigen Sie Ihre Einkäufe an der Peripherie des Supermarkts, und machen Sie einen Bogen um seine Mitte.
  • Kehren Sie dem Supermarkt den Rücken, wann immer es Ihnen möglich ist.

Diese fünf Punkte sind inzwischen zu einem Mantra für mich geworden, das ich mir jeden Tag vor Augen halte. Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, denn bei knurrendem Magen lockt das schnelle, bequeme Essen. Wichtig ist jedoch, ein Bewusstsein für die Thematik zu entwickeln und zu aktzeptieren, dass du, wenn du dich für „bequemes, schnelles Essen“ entscheidest, auch mit den Konsequenzen leben musst, wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder schlechter Laune. (Ja, ich bin heute auch davon überzeugt, dass Essen selbst unsere Stimmungen beeinflussen kann.)

Was mich dazu bringt, echte Lebensmittel zu konsumieren

Wenn ich heute in einen Supermarkt gehe, hat das zur Folge, dass ich mich automatisch inzwischen immer am längsten in der Obst- und Gemüseabteilung aufhalte. (Ich weiß, auch hier gibt es wieder Fallstricke …) Förderlich ist außerdem, dass ich mit der Zeit Gefallen daran gefunden habe, neue Geschmacksrichtungen zu erkunden. (Dieses ganze Convenience Food schmeckte irgendwann einfach nur noch nach Einheitsbrei.) Wichtig ist außerdem, dass ich anders als bei Fertigprodukten selbst entscheide, welche Zutaten, Gewürze oder Kräuter verwendet werden. Demzufolge entscheide ich auch über den Geschmack des Essens und gelange so in gewisser Weise ein stückweit Kontrolle über meine Nahrungszufuhr zurück.

Ein Gericht selbst zuzubereiten, kostet Zeit. Korrekt. Doch obendrein bringt es auch Freude und vielleicht gibst du mir Recht wenn ich sage, dass das Essen durch das Selbermachen (und nicht nur Aufwärmen) noch besser schmeckt. Wenn du echte Lebensmittel konsumierst, fällst du zudem in kein Loch, weil der Insulinspiegel ins Unermessliche steigt. Du fühlst dich stattdessen gut, gesund und leistungsfähig. Alles Faktoren, die mich dazu bewegen, bei meiner Nahrungsaufnahme auf echte Lebensmittel zu setzen. An einen Knackpunkt gerate ich aktuell allerdings immer wieder. Und zwar  wenn es darum geht, die Nahrungszufuhr tagsüber, während der Berufstätigkeit gesund zu gestalten …

7 Gedanken zu “Vom Suchen und Erkennen echter Lebensmittel

  1. Hallo!

    Nachdem ich an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leide, habe ich um die Fertigprodukte immer schon einen weiten Bogen gemacht und koche alles selbst. Schon zu Zeiten, wo von Lebensmittelzusatzstoffen noch niemand gesprochen hat und auch „light“ bzw. „free from“ niemand kannte.

    Heute kommt noch eine ganz andere Überzeugung hinzu.

    Schön, dass Du auch so darauf achtest, was Du isst.

    lg
    Maria

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  2. Gut gebrüllt, Löwe! 😉
    Ich habe gerade mein Studium abgeschlossen und starte Ende Februar ins Arbeitsleben. Da bin ich echt gespannt, ob es mir gelingt, mich weiterhin gesund und von frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln zu ernähren, oder ob mir der Stress keine Gelegenheit dazu lässt.
    Viele Grüße,
    Pip

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    1. Dankeschön Pip! Herzlichen Glückwunsch zum abgeschlossenen Studium und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben! 🙂 Ich bin schon sehr gespannt, wie du es angehst, eine gesunde Ernährungsweise in deinen Arbeitsalltag zu integrieren. Halt mich unbedingt auf dem Laufenden! Von meinen Erfahrungen damit möchte ich im nächsten Beitrag berichten.

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  3. das ist richtig: Der Mensch ist, was er isst. Jede einzelne Zelle ist damit aufgebaut, was wir essen. Etwas anderes steht dem Körper nicht zur Verfügung.
    Ich habe das Glück, dass ich schon immer sehr viel frisch gekocht habe und diese Gewohnheit konnte ich zum Glück beibehalten.

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