Wrap up: Auf ungeradem Weg zur gesunden Ernährung

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(Fotos von oben l.n.r.: Rudis-Fotoseite.de, Peter_Pleischl, El-Fausto, Tim Reckmann / alle pixelio.de)

Februar, der Monat, in dem ich mich insbesondere mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt habe, ist so gut wie vorbei. Zeit also, für das nächste, kleine Resümee …

Um es kurz zu fassen, dieser Monat war schon eine kleine Herausforderung für mich. Das Thema ist einfach so komplex, dass es mir schwer fiel, einen geeigneten roten Faden zu finden. Am liebsten wollte ich in diesen vier Wochen so viele Aspekte wie möglich beleuchten und aufgreifen, merkte jedoch ziemlich schnell, dass ich mich verrannte und dabei selbst viel zu sehr unter Druck setzte. Dann klappte es auch nicht gleich so mit der gesunden Ernährung, wie ich es mir ausgemalt hatte. Demzufolge stieg das Frustpotenzial.

Am Ende waren es jedoch genau diese Rückschläge und Tiefs, die mir geholfen haben, doch noch eine Art roten Faden zu finden und mich in Sachen gesunder Ernährung wieder auf den Weg zu begeben, den ich für mich als richtig erachte. Ich denke, das macht den Reiz dieses Projekts auch aus. Denn egal, was du dir zunächst so schön im Kopf zurecht gelegt hast … wenn du losläufst, werden die Karten noch mal ganz neu gemischt. Auf deiner kleinen Reise erlebst du Hochs, aber auch Tiefs und kommst manchmal vielleicht sogar an einem ganz anderen Punkt an, den du noch gar nicht in Betracht gezogen hattest. Das ist gut. Denn indem du deine Komfortzone, das dir bekannte, vertraute Terrain verlässt, lernst du viel Neues dazu – insbesondere auch über dich selbst.

Zusammengefasst! Das war in den vergangenen Wochen hier los:

So geht es im März weiter:

Noch fehlt mir die passende Kategorie, doch so viel schon vorweg. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas, möchte ich mich auch im folgenden Monat noch weiter mit Ernährungsfragen und Lebensmitteln beschäftigen. Allerdings wird es dann mehr darum gehen, welche Möglichkeiten und Alternativen es noch neben den altbekannten Supermärkten und Discountern gibt, um heutzutage an echte Lebensmittel zu kommen. Also dann, laufen wir mal wieder los …

Einfach und gesund durch die Arbeitswoche – meine Ernährungsansätze

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Eignet sich perfekt als Snack für zwischendurch und kommt deshalb jeden Tag mit mir ins Büro: frisches und knackiges Obst (Foto: Tim Reckmann / pixelio.de)

Man kennt das nur zu gut. Wer berufstätig ist, (mindestens) 40 Stunden pro Woche arbeitet und vielleicht auch noch einen langen Anfahrtsweg zum Job hat, möchte abends nach der Arbeit nicht noch stundenlang in der Küche stehen, um gesunde Mahlzeiten für den nächsten Tag vorzubereiten. Schnell landet man dann bei den ungesunden Alternativen, die es Tag für Tag an jeder Ecke einfach und schnell zu kaufen gibt. Da mir die gesunde Ernährung in letzter Zeit auch wieder etwas zu entgleiten schien, habe ich mir vergangene Woche noch mal klar vor Augen geführt, das sie nicht ohne etwas Aufwand und Vorbereitung zu haben ist – die gesunde Ernährung. Was in dieser Woche dann folgte, waren wieder erste, kleine Schritte und Erfolgserlebnisse in die richtige Richtung. Ich erlebte dabei, dass eine gesunde Ernährungsweise machbar und praktikabel ist, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein.

Mit dem Frühstück fängt alles an

Frühstückst du morgens? Um gestärkt und gesund in den Arbeitstag zu starten, ist ein ausgewogenes Frühstück aus meiner Sicht unerlässlich. Ich gebe zu, lange Zeit sah ich das auch nicht so. Was mich schließlich zum Umdenken brachte, waren Heißhungerattacken, die ich ohne Frühstück regelmäßig ab 10 Uhr bekam. Seitdem ich mir morgens nun etwas Zeit fürs Essen nehme, sind diese Heißhungeranfälle Geschichte.

Um mich zum morgendlichen Frühstück zu bewegen, habe ich eine Art Ritual (du kannst es auch Routine nennen) entwickelt. Es dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde und lässt mich inzwischen sogar mit Freude in den Tag starten. Zu dem Ritual gehört stets eine Kerze (denn ich liebe Gemütlichkeit am Morgen) und ein interessanter Podcast (zu unterschiedlichsten Themen), den ich zum Frühstück höre. Zu essen gibt es entweder Vollkornbrot, Knäckebrot (jeweils mit leckerem veganen Aufstrich) oder einen Overnight Oat, immer frisches Obst und zu trinken eine ausgepresste Hälfte einer Zitrone in warmem Wasser.

Wer Overnight Oats noch nicht kennt … sie sind schnell gemacht, liefern Energie und sind auch was für Leute, die normalerweise nicht so gerne Haferflocken essen (so wie ich). Außerdem sind sie gesund. Sie beinhalten Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate, die gut für die Verdauung sind und für ein langes Sättigungsgefühl sorgen. Eine Portion Overnight Oats besteht bei mir meistens aus folgenden Zutaten: 5 Esslöffel Haferflocken, 1 Teelöffel Chiasamen (ist auch als Superfood bekannt, weil es reich an Vitaminen, Antioxidantien, Proteinen, Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen ist), 125 ml Kokos-, Mandel- oder Dinkelmilch und zwei Sorten Obst deiner Wahl (z. B. Banane und Kiwi). Das alles in einer Schale gut verrühren, anschließend in ein Gefäß mit Verschluss geben und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen sind die Haferflocken dann durch die Flüssigkeit so weich, dass eine Art Brei entstanden ist. Voilà. Das Ganze kann nun gegessen werden und ist wie gesagt wirklich lecker.

Jeden Morgen gönne ich mir außerdem ein Glas warmes Zitronenwasser. Das hilft beispielsweise, mein Immunsystem zu stärken (durch das reichhaltige Vitamin C in den Zitrusfrüchten) und meine Verdauung durch die Säuren der Zitrone anzuregen. Zitronenwasser soll zudem den Körper entsäuern. Es schmeckt zwar sauer, wirkt im Organismus jedoch basisch. Dass da etwas dran ist, habe ich schon oft selbst gespürt. Grummelt es morgens im Darm, wirkt warmes Zitronenwasser Wunder und ich sage dir, danach wirst du dich auf jeden Fall besser fühlen. Vermeiden sollte man jedoch, zu heißes Wasser zu verwenden. Heißes Wasser zerstört nämlich das gesunde Vitamin C der Zitrone. Deshalb das Wasser erst mal abkühlen lassen, bevor du den gepressten Zitronensaft ins Glas gibst.

Mein Mittagstisch – gemüselastig, bunt und frisch

Die Mittagszeit ist für mich meist der schwierigste Part des Tages. Hier kann es leicht passieren, dass man schwach wird und wieder zu ungesunden Mahlzeiten greift. Abhilfe kann jedoch eine gute Vorbereitung schaffen.

Mahlzeiten, die aufgewärmt werden, bereite ich meist am Abend zuvor zu. Dafür braucht es nicht viel. Es reicht schon Kokosmilch und/oder Gemüsebrühe, bis zu fünf Gemüsesorten sowie verschiedene Gewürze vorrätig zu haben. Daraus lassen sich dann bereits vielfältige, bunte, leckere und gesunde Geschmacksvariationen zaubern. Bei der Gemüseauswahl achte ich stets darauf, welches gerade Saison hat. Warum? Beispielsweise, weil Obst und Gemüse, das aus aller Herrenländer zu uns verschifft oder geflogen wurde, bereits reichlich an Vitamen verloren hat. Saisonale Kost schont zudem die Umwelt und ist reichhaltiger im Geschmack. Um abzugleichen, welches Gemüse bei uns wann Saison hat, nutze ich regelmäßig die Facebook-Infos von Stadtwandeln. Dort werden jeden Monat die Gemüsesorten veröffentlicht, die Saison haben.

An den Wochenenden können die Mahlzeiten selbstverständlich etwas aufwändiger ausfallen. Oft bereite ich hier dann bewusst mehr zu, um zumindest eine weitere Mahlzeit für die Woche übrig zu haben. Was natürlich auch immer geht zum Mittag ist Salat. Klingt zunächst erst mal langweilig, mittlerweile bin ich jedoch ein richtiger Salatfan geworden. Er lässt sich schnell zubereiten und wenn du ihn mittags isst, fällst du in kein Loch. Da die Kohlenhydrate fehlen, steigt dein Insulinspiegel nicht sprunghaft an, um im nächsten Moment direkt sprunghaft wieder abzufallen. Du fühlst dich durchgängig gut und bleibst auch nach dem Mittag ohne Pause leistungsfähig.

An Abenden, an denen nach der Arbeit noch der Sport auf meinem Programm steht, koche ich mir also keine Mahlzeit für den nächsten Tag, sondern schnipple munter Salat und Gemüse zu einer bunten Variation. Oft kommt es auch vor, dass ich den Salat samt der anderen Komponenten erst am frühen Morgen klein schneide. Das ist praktikabel, weil es binnen zehn Minuten erledigt und dann auch direkt zur Mitnahme bereit ist.

Frisches Obst – mein Snack für Zwischendurch

Wenn der „kleine Hunger“ kam, griff ich früher meist zu Schokolade und Naschereien. In meinem ersten Job gab es beispielsweise eine so genannte „Snackbox“, die mit allerlei ungesundem Süßkram gefüllt war. Über den Tag verteilt, griff ich dort immer wieder zu und ließ für den spontanen Zuckerkick ordentlich Kleingeld in die Sammelbox fallen. Heute passiert mir das nicht mehr. Wenn ich Lust auf etwas Süßes bekomme, greife ich  zu einer gesünderen Variante, dem frischen Obst. Jeden Tag habe ich mindestens zwei verschiedene Obstsorten mit dabei. Eine gönne ich mir in der ersten Tageshälfte, die andere in der zweiten.

Trinken nicht vergessen!

Ich tat mich auch lange Zeit schwer damit, ausreichend zu trinken. Früher habe ich manchmal über den Tag verteilt nur ein Glas Wasser getrunken, weil ich schlichtweg vergessen hatte, Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Die Folge waren dann Kopfschmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Indem ich wieder eine Routine schuf, habe ich hier etwas verändert. Morgens, wenn ich ins Büro komme, setze ich mir zunächst Wasser auf und stehe solange daneben, bis es kocht. Wenn es soweit ist, gieße ich das Wasser in eine Thermoskanne, die dann tagsüber auf meinem Schreibtisch in Reichweite steht. An manchen Tagen trinke ich das Wasser dann einfach pur, meistens schnipple ich mir für den Geschmack jedoch noch ein paar Stückchen Ingwer (ist entzündungshemmed, hilft beim Entgiften und verbessert die Verdauung) oder Limette (Vitamin C-Lieferant) ins Glas.

Zum Abschluss des Tages noch mal bunt und gesund

Je nachdem, ob es zur Mittagszeit bereits eine warme Mahlzeit gegeben hat, richtet sich danach mein Abendbrot. Gab es etwas Warmes tagsüber, bereite ich mir abends nur noch eine leckere, bunte Salatvariation zu. Gab es tagsüber bereits Salat, koche ich mir abends noch etwas Warmes (wie im Punkt Mittagstisch beschrieben). Die Portion fällt dann wiederum etwas üppiger aus, damit ich am nächsten Tag noch etwas für das Büro zum Mitnehmen habe. Et voilà, so komme ich gesund und gut durch die Arbeitswoche.

Welche Routinen hast du entwickelt und welche Tipps und Tricks hast du auf Lager, um gesund und gestärkt durch die Arbeitswoche zu kommen? Ich bin gespannt auf dein Feedback und freue mich, auch Neues auszuprobieren.

Wenn du strauchelst, dich gesund zu ernähren …

Weg zum Ziel
Der Weg zu einem Ziel verläuft oft nicht geradlinig, ist häufig mit zahlreichen Anläufen verbunden und/oder mit Nachjustierungen. (Foto: El-Fausto / pixelio.de)

In dieser Woche wollte ich in meinem Blog eigentlich davon erzählen, wie ich eine gesunde Ernährung in meinen Arbeitsalltag integriere. Da ich das in den letzten Tagen allerdings leider nicht geschafft habe, in die Tat umzusetzen, möchte ich das Thema an dieser Stelle erst mal zurückstellen. Es macht sich eine andere Frage breit. Woran liegt es eigentlich, dass wir oft mit Plänen scheitern, die wir uns vorab so schön im Kopf ausgemalt haben und was können wir tun, damit sie am Ende doch noch gelingen? Darum soll es nachfolgend gehen: um eine persönliche Spurensuche anhand der Ernährung.

Punkt 1: Eine gute Planung ist oftmals die halbe Miete.

Pläne auszuhecken und Vorsätze daraus abzuleiten ist einfach. Wenn ich mir beispielsweise vornehme, mich gesund zu ernähren, bin ich schnell begeisterungsfähig und von der Idee fasziniert. Problematisch wird es jedoch, wenn eine Idee anschließend nicht zu Ende gedacht und unter anderen außer Acht gelassen wird, welche Dinge überhaupt benötigt werden, um den Plan richtig zu realisieren. So geschehen bei mir in den vergangenen Tagen. Ich hatte mir zwar vorgenommen, mich gesund zu ernähren, dafür aber dummerweise keine ernsthaften Vorkehrungen getroffen. So hatte ich mir weder Gedanken gemacht, welche Mahlzeiten ich während der Arbeitszeit zu mir nehmen möchte, noch vorab die entsprechenden Zutaten besorgt, um gesund durch den Tag zu kommen. Fatal! Am Montag stand ich dann da im Büro – ohne gesundes Essen und musste gezwungenermaßen auf schlechte Alternativen ausweichen, um dem knurrenden Magen entgegen zu wirken. Merke: gesunde Ernährung hat immer mit Planung zu tun. Du solltest dir am Wochenende wenigstens ein paar Minuten Zeit nehmen, um die anstehende Woche essenstechnisch zu planen. Was gibt es zum Frühstück, was mittags, was abends und was benötigst du vielleicht noch für zwischendurch? Die Zutaten brauchst du noch nicht für die ganze Woche zu besorgen (zu mal viele schnell verderbliche Sachen darunter sein werden). Es reicht für die ersten beiden Wochentage vorzusorgen und den Bedarf dann sukzessive in der Woche aufzufüllen.

Punkt 2: Sag nicht „Ja“, wenn du „Nein“ meinst!

Ein ganz wichtiger Punkt, der aus meiner Sicht auch auf viele andere Lebensbereiche zutriffst, ist folgender: Höre stets in dich hinein, was du wirklich möchtest. Triff dann deine Entscheidung und steh dazu, mit allen Konsequenzen. Ein äußerst simples Beispiel: die Mittagszeit der Arbeitswoche wird oft dazu genutzt, um mit Kollegen gemeinsam Essen zu gehen. Auch bei mir. Das ist einerseits schön, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wenn das Essensangebot jedoch wenig Gesundes bereithält, kann das am Ende sehr unbefriedigend und kontraproduktiv sein. Was ist nun die Handlungskonsequenz? Sich immer wieder vor Augen führen, was man tatsächlich möchte und dieses Ziel dann auch konsequent verfolgen. Das kann dazu führen, dass man am Ende eben „Nein“ zum gemeinsamen Mittagessen sagen muss, um stattdessen auf das gesunde Selbst- und Mitgebrachte umzusteigen. Das bringt dich dann am Ende auf jedem Fall deinem Ziel näher, dich gesund zu ernähren, und ist definitiv besser, als „Ja“ zu sagen, obwohl du eigentlich „Nein“ meinst. Bedenke außerdem: Was bringt es dir letzten Endes, wenn du dich hinterher nur grün und blau ärgerst, wenn du wieder einmal nicht von vornherein konsequent warst? Und wer weiß, vielleicht begeisterst du am Ende ja sogar den ein oder anderen Kollegen auf eine gesunde Mittagspausen-Variante umzusteigen, wenn du dranbleibst …

Punkt 3: Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor!

Auch ich muss mir das immer wieder bewusst machen, dass es einfach nicht funktioniert, alles gleichzeitig machen bzw. haben zu wollen. Alles hat seinen Preis! Letzte Woche beispielsweise versuchte ich, neben der gesunden Ernährung auch ein adäquates Sportprogramm umzusetzen. Ich machte den Fehler, dass ich sofort zu viel wollte. Da das Sportprogramm einige Abendstunden ausfüllte, fehlte mir anschließend die Willenskraft,  in der Küche noch das Essen für den nächsten Arbeitstag vorzubereiten. Am Ende war der Frust groß, weil ich es nicht schaffte, mein Vorhaben mit der gesunden Ernährung in die Tat umzusetzen. Damit das kommende Woche nicht wieder passiert, habe ich nun folgenden Plan geschmiedet: An den Tagen, an denen es abends zum Sport geht, gibt es am nächsten Tag während der Mittagszeit im Büro einen leckeren selbstgemachten Salat. Der benötigt nicht viel Aufwand vorab und macht aber gleichzeitig satt. An den Abenden, an denen kein Sport ansteht, bereite ich eine Mittagsmahlzeit für den nächsten Tag vor, die maximal aus fünf Zutaten bestehen soll. So möchte ich den Arbeitsaufwand unter der Woche in Grenzen halten und mich trotzdem gesund ernähren. (Am Wochenende darf die Zubereitung der Mahlzeiten dann gern aufwändiger sein.)

Punkt 4: Genieße das Zubereiten der Mahlzeiten.

Wann haben wir eigentlich verlernt, Mahlzeiten und damit meine ich auch das Zubereiten solcher, zu genießen? Alles muss immer schnell, schnell gehen, effizient sein; auch beim Essen. Wir vergessen dabei, dass es beispielsweise unheimlich entspannend sein kann, stumpf Zutaten wie Pilze oder Möhren zu schnippeln. Mach dir mal Folgendes klar: Es entsteht etwas, selbst beim Kleinschneiden, dass man anschließend anfassen kann (anders als bei vielen Bürotätigkeiten, die wir heutzutage ausüben). Für mich hat das immer etwas Meditatives (mit dem Abwasch ist es übrigens genauso). Ich finde außerdem, dass wir das Kochen nicht länger als Zwang betrachten sollten, sondern als etwas, dass Spaß bringt und bei dem man obendrein seine Kreativität anregen kann. Spannend wird es beispielsweise, wenn du beim Kochen der Zutaten plötzlich mit Gewürzen experimentierst oder nur drei Zutaten zur Hand hast. Dann beginnt das Improvisieren. Gleichzeitig kannst du durch Gewürze unglaublich viele verschiedene Geschmacksrichtungen kreieren und entdecken. Essen ist so etwas Essentielles, dass wir den Mahlzeiten aus meiner Sicht unbedingt wieder einen höheren Stellenwert einräumen sollten. Es lohnt sich, hier dranzubleiben und Neues auszuprobieren.

Punkt 5: Belohnungen haben kurze Beine.

Genauso wie du dich nach einem langen Arbeitstag mit nutzlosen Dingen belohnen kannst, funktioniert das auch wunderbar über das Essen. Abends noch süße Schokolade und/oder fettige Pizza … und dir scheint es im nächsten Moment schier wunderbar zu gehen, obwohl du vor einer halben Stunde noch schlecht gelaunt warst. Es ist heute in all unserem Überfluss auch zu einfach, mal eben schwuppdiwupp ein Bedürfnis befriedigen, das kurzfristig aufgekommen ist. Doch was ist der Preis dafür? (Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen:) Hattest du schon mal einen Fettkater? Wenn du kaum einschlafen kannst, weil dir fettiges, schwer verdauliches Essen im Magen liegt, dann weißt du was ich meine. Oder was ist mit der Antriebslosigkeit oder der schlechten Laune am nächsten Morgen? Ist dir das die „schnelle, süße, fettige oder salzige Belohnung“ wert? Vielleicht sollten wir uns, statt zu diesen „Belohnungen“ zu greifen, einmal mehr fragen, was wir in solchen Momenten versuchen zu kompensieren. Auch scheint die Frage berechtigt zu sein, warum wir glauben, uns überhaupt belohnen zu müssen?

Punkt 6: Gib nicht gleich auf bei Rückschlägen!

Ich gebe zu, das Thema Ernährung frustriert mich an manchen Tagen. Manchmal bin ich überschwänglich, habe das Gefühl, alles im Griff zu haben, um im nächsten Moment zu spüren, dass mir alles dermaßen entgleitet. Was mir Kraft gibt, nach Rückschlägen wie in dieser Woche immer wieder von Neuem optimistisch weiterzumachen, und das Ziel der „gesunden Ernährung“ zu verfolgen, sind die Momente, in denen etwas geklappt hat, ich standhaft war oder ich ein neues, leckeres Rezept entdeckt habe. Außerdem versuche ich nicht länger, wenn etwas schief gelaufen ist, mich mit Selbstvorwürfen zu malträtieren. Stattdessen mache ich mir Gedanken, wie ich es beim nächsten Mal einfach besser machen kann. Und wenn es kleine Schritte sind, die dich deinem Ziel näher bringen, ist das auch okay … Denn auch sie bringen dich letzten Endes ans Ziel. Wichtig ist immer, aus Fehlern zu lernen. Also haken wir die letzte schlechte Ernährungswoche ab und blicken stattdessen nach vorn in eine neue Woche, in der es heißt, die gesunde Ernährung wieder eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Jeder von uns hat es selbst in der Hand. Machen wir was draus!

Vom Suchen und Erkennen echter Lebensmittel

5.1.2
Gehören zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung: frische, unverarbeitete, pflanzliche Lebensmittel (Foto: Peter_Pleischl / pixelio.de)

Hast du dich schon einmal gefragt, was Lebensmittel genau sind? – Laut Wikipedia sind darunter Substanzen zu verstehen, die konsumiert werden, um den menschlichen Körper zu ernähren. Sie sind lebensnotwendig, bestehen im Wesentlichen aus Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Lipide, Proteine) und führen dem Menschen chemisch gebundene Energie zu. So weit so gut. Hast du inzwischen nicht aber auch das Gefühl, dass richtige Lebensmittel immer mehr von einer anderen Art der Nahrungsmittel, dem so genannten Convenience Food verdrängt werden? Diese englische Buchstabenfolge heißt so viel wie „bequemes Essen“ und steht, ebenfalls laut Wikipedia, für vorgefertigte Lebensmittel, bei denen Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernehmen, um weitere Zubereitungen, beispielsweise in Privathaushalten oder der Gastronomie, zu erleichtern. Erfunden wurde das Convenience Food irgendwann in den 50er Jahren und hat seitdem eine unglaubliche Erfolgsgeschichte in unseren westlichen Ländern hingelegt.

Wenn du zu den Ottonormalverbrauchern zählst wie ich, dann wirst du deine Lebensmittel in den vielen Supermärkten kaufen, die es in den Städten und Dörfern gibt. Zum Teil sprießen sie dort auch wie Pilze aus dem Boden. (In der Großstadt gefühlt aller 200 Meter.) Ich bin einerseits immer wieder sehr erstaunt über die steigende Zahl der Supermärkte, im nächsten Moment aber auch wieder nicht. Essen ist für das Leben essentiell und hat für uns auch etwas mit Genuss zu tun. Nun ja, leider übertreiben wir es mit dem Genuss inzwischen wohl etwas und sind nun unersättlich geworden nach den verführerisch, leckeren Sachen, die es beispielsweise in den ganzen Supermärkten gibt. Dem Convenience Food, das vor allem süß, salzig und fettig daher kommt …

Ein Miniabriss über „bequemes Essen“ aus dem Supermarkt

Du stehst im Supermarkt und greifst dir eine Dose Fertigravioli, die dir mit ihrem schön gestalteten Bild direkt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. „Eine Mahlzeit ohne lange kochen zu müssen. Schnell warm gemacht und Zeit gespart für andere Dinge“, denkst du dir. Dann wirfst du einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Mahlzeit auf der Rückseite der Dose und die Freude an das Essen verblasst langsam. Wörter wie modifizierte Stärke, Geschmacksverstärker oder Eigelbpulver springen dir da entgegen. Aneinandergereihte Buchstaben mit denen du nicht wirklich etwas anfangen kannst und die das Produkt so technisch, so designt daher kommen lassen. Du stellst die Dose zurück und probierst es stattdessen mit Tiefkühlpizza. Doch auch bei diesem Produkt findest du Wörter wie aufgeschlossenes Sojaeiweiß, Säuerungsmittel wie Milchsäure oder Hefeextrakt auf der Zutatenliste. Eine komplizierte Kette von Nährstoffen, die industriell so zusammengefügt wurden, dass sie am Ende das Aussehen eines Nahrungsmittels annehmen.

Viele der Produkte, die wir in den heutigen Supermärkten und Discountern vorfinden, sind industriell weiterverarbeitet. Wir haben hier Substanzen in schönen Verpackungen, die zwar essbar sind und den Anschein von Lebensmitteln haben, es aber letzten Endes gar nicht sind. Zudem stellt sich immer wieder die Frage, ob uns diese zusammengefügten Nährstoffe überhaupt gut tun und ausreichend Energie spenden, um uns erfolgreich durch den Tag zu bringen? Ich habe mir diese Fragen aufgrund meiner Vorgeschichte irgendwann mit „Nein!“ beantwortet und mich im Zuge dessen langsam auf die Suche nach Alternativen begeben.

Allerdings ist das alles auch wieder gar nicht so einfach. Viele Produkte erwecken zunächst nämlich gar nicht den Anschein, als seien sie industriell weiterverarbeitet. Deshalb heißt es erst mal, echte Lebensmittel von den modifizierten zu unterscheiden. Einen guten Ansatz dafür hat aus meiner Sicht der Autor und Journalist Michael Pollan entwickelt und in dem Buch „Lebensmittel“ niedergeschrieben:

  • Essen Sie nichts, was Ihre Urgroßmutter nicht als Lebensmittel erkannt hätte.
  • Meiden Sie Lebensmittel, die a) Ihnen unbekannte, b) unaussprechliche, c) mehr als fünf Zutaten oder d) fructosereichen Maissirup enthalten.
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die auf ihrer Verpackung behaupten, gesund zu sein.
  • Erledigen Sie Ihre Einkäufe an der Peripherie des Supermarkts, und machen Sie einen Bogen um seine Mitte.
  • Kehren Sie dem Supermarkt den Rücken, wann immer es Ihnen möglich ist.

Diese fünf Punkte sind inzwischen zu einem Mantra für mich geworden, das ich mir jeden Tag vor Augen halte. Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, denn bei knurrendem Magen lockt das schnelle, bequeme Essen. Wichtig ist jedoch, ein Bewusstsein für die Thematik zu entwickeln und zu aktzeptieren, dass du, wenn du dich für „bequemes, schnelles Essen“ entscheidest, auch mit den Konsequenzen leben musst, wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder schlechter Laune. (Ja, ich bin heute auch davon überzeugt, dass Essen selbst unsere Stimmungen beeinflussen kann.)

Was mich dazu bringt, echte Lebensmittel zu konsumieren

Wenn ich heute in einen Supermarkt gehe, hat das zur Folge, dass ich mich automatisch inzwischen immer am längsten in der Obst- und Gemüseabteilung aufhalte. (Ich weiß, auch hier gibt es wieder Fallstricke …) Förderlich ist außerdem, dass ich mit der Zeit Gefallen daran gefunden habe, neue Geschmacksrichtungen zu erkunden. (Dieses ganze Convenience Food schmeckte irgendwann einfach nur noch nach Einheitsbrei.) Wichtig ist außerdem, dass ich anders als bei Fertigprodukten selbst entscheide, welche Zutaten, Gewürze oder Kräuter verwendet werden. Demzufolge entscheide ich auch über den Geschmack des Essens und gelange so in gewisser Weise ein stückweit Kontrolle über meine Nahrungszufuhr zurück.

Ein Gericht selbst zuzubereiten, kostet Zeit. Korrekt. Doch obendrein bringt es auch Freude und vielleicht gibst du mir Recht wenn ich sage, dass das Essen durch das Selbermachen (und nicht nur Aufwärmen) noch besser schmeckt. Wenn du echte Lebensmittel konsumierst, fällst du zudem in kein Loch, weil der Insulinspiegel ins Unermessliche steigt. Du fühlst dich stattdessen gut, gesund und leistungsfähig. Alles Faktoren, die mich dazu bewegen, bei meiner Nahrungsaufnahme auf echte Lebensmittel zu setzen. An einen Knackpunkt gerate ich aktuell allerdings immer wieder. Und zwar  wenn es darum geht, die Nahrungszufuhr tagsüber, während der Berufstätigkeit gesund zu gestalten …