Im Kopf fängt es an: Theoretisch aufgeräumt

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Bist du innerlich aufgeräumt, wirst du das auch im Außen zeigen. Foto: Rike / pixelio.de

Diese äußere Unordnung, die oft den Namen „Chaos“ verdient, ist nichts anderes als ein Spiegel deiner inneren Unordnung und Unklarheit, der Unordnung in deinen Gedanken und deinen Gefühlen und im Verhältnis von Kopf und Herz. Wie innen, so außen, heißt das Gesetz.“

Robert Betz

Meine Reise hin zu mehr Einfachheit begann im vergangenen Jahr mit dem Aufräumen von Dingen und auch zum Start dieses Projekts hier bildet es wieder den Anfang. Hast du dir eigentlich schon einmal die Frage gestellt, was du mit dem „Aufräumen“ verbindest und wie es in deinem Kopf besetzt ist? Löst es in dir positive oder negative Emotionen aus? Als ich mir die Fragen zum ersten Mal richtig im letzten Jahr stellte, überwogen eindeutig die negativen Gefühle.

Da waren zum einen die Gedanken an die Kindheit und Jugend, in der regelmäßig dazu aufgefordert wurde, doch endlich wieder das eigene Zimmer aufzuräumen, wenn die ganzen Spielsachen den Fußboden bedeckten oder alle Klamotten wild im Raum verstreut herumlagen. Zum anderen waren da die Gedanken an den Jetzt-Zustand, bei dem das Aufräumen eine äußerst nervige und vor allem zeitraubende Angelegenheit darstellte. Aufräumen war für mich immer mit einem „Müssen“ und mit einer Aufforderung verbunden gewesen und ich fragte mich, was das Ganze überhaupt brachte? Ehe man sich versah, war doch sowieso wieder alles unordentlich.

Während ich mich dem Frust und den negativen Emotionen über das Aufräumen in meinem Kopf hingab, schlich sich jedoch still und leise ein neuer Gedanke heran und brachte schließlich meine innerlich negativ aufgeladenen Stimmen zum Schweigen. Der Gedanke war folgender: Wenn ein einzelnes, kleines Wort so viele negative Emotionen und Gedanken auslösen konnte, war es dann nicht auch möglich, es wieder positiv im Kopf zu verankern? Es sollte möglich sein. Die Frage war nur, wie.

Einfach mal die Perspektive wechseln

Ich ging in Gedanken noch einmal alle negativen Aspekte durch und blieb schließlich an dem Wort „Müssen“ kleben. Wenn etwas getan werden muss, hat das immer was mit Zwang und nie mit Freiwilligkeit zu tun. Hier hatte ich etwas gefunden, woran ich ansetzen konnte. Im nächsten Schritt wurde mir klar, dass mir aufgeräumte Zimmer immer gut getan hatten. Sie strahlten Klarheit, Struktur und Ruhe aus. All das, wonach ich innerlich und äußerlich suchte. Und dann realisierte ich, dass der Schlüssel für ein aufgeräumtes Leben vielleicht einfach darin bestand, die Perspektive zu wechseln. Die Sichtweise des „Müssens“ zu verlassen und einen Standpunkt des „freiwilligen Wollens“ einzunehmen.

Schon länger fühlte ich mich von den ganzen Sachen, die ich um mich herum angehäuft hatte, belastet und überfordert. So kam ich wieder an den Punkt, dass ich selbst etwas an meiner Situation verändern konnte. Das Ziel war gefasst. Ich wollte Klarheit, Ordnung, eine gewisse Struktur im Innen sowie Außen und suchte Ruhe vor meinen Stimmen im Kopf, die mich immer wieder dazu aufforderten: „Räum auf!“ Ich beschloss, einmal richtig freiwillig aufzuräumen, mit allem drum und dran und danach nie wieder zuzulassen, dass Unordnung erneut die Oberhand gewann.

Ich fragte mich allerdings auch, wie ich dafür am besten vorgehen könnte. Durch Ulrike Lowis Buch „Der perfekte Haushalt“ erfuhr ich zunächst etwas über Ordnungstypen. In ihrem Buch gab es vier verschiedene:

  • Sammlernaturen: ein Chaostyp, der einfach alles zusammenträgt und aufbewahrt, was unter Umständen eines Tages noch mal gebraucht werden könnte.

  • Bewahrer: den Sammlern verwandt, die nichts wegwerfen, was auch nur im entferntesten von nostalgischem Wert sein könnte.

  • Perfektionisten: die gar nicht erst anfangen aufzuräumen, wenn die Gefahr besteht, dass das Ergebnis nicht 100-prozentig gelingen könnte.

  • Aufschieber: ein Chaostyp, der es gelernt hat, die von ihm eröffneten Baustellen in seinem Haushalt mehr oder weniger elegant zu umschiffen.

Ich entlarvte mich als Perfektionistin und fragte mich im Anschluss, ob es für alle Ordnungstypen eine systematische Vorgehensweise beim Aufräumen gab, die dann dauerhaft von Erfolg gekrönt war? Ich probierte einiges aus, doch davon mehr im nächsten Beitrag …

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