Vom Jahr, in dem ich begann, mir sehr viele Fragen zu stellen …

Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: „Morgen Jungs. Wie ist das Wasser?“ Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

David Foster Wallace

Erkennst du dich in dieser Parabel wieder? Denkst du selbst und triffst täglich bewusste Entscheidungen? Oder wirst du in einem Strudel voller Automatismen mitgerissen und reagierst nur noch, anstatt bewusst zu agieren?

Diese und ähnliche Fragen stellte ich mir im Jahr 2015 oft. Beispielsweise, als ich in Flugzeugen zu Meetings unterwegs war, deren Sinn ich begann, in Frage zu stellen.  Oder als ich mich dabei ertappte, Dinge zu kaufen, die ich eigentlich gar nicht brauchte. Und auch während ich billige, ungesunde Nahrung in mich hinein schaufelte, obwohl ich wusste, dass sie mir gar nicht gut bekam. Im Laufe der Zeit kam ich immer wieder an einen Punkt, an dem sich mir unweigerlich Fragen aufdrängten, wie: Willst du das alles so?  Willst du so leben?

Meine Antworten fielen stets eindeutig mit „Nein!“ aus und dennoch war ich anfangs ratlos, wie ich etwas an meiner Situation ändern sollte. Kommt dir das bekannt vor? Ich jedenfalls hatte das dumpfe und lähmende Gefühl, dass alles so wahnsinnig kompliziert geworden war. Bis mir schließlich in den Sinn kam, dass ich mir vielleicht alles nur in meinem Kopf so kompliziert machte. Und genau dieser Gedanke brachte etwas ins Rollen …

Es gibt eine simple aber bestechende Wahrheit, die da lautet: wir selbst sind für uns und unser Leben verantwortlich. Wir allein entscheiden über unsere alltäglichen Gewohnheiten, Gedanken, Handlungen und ob wir in potenziellen Hamsterrädern verweilen wollen. Hier ein paar Beispiele zur Verdeutlichung: Niemand zwingt dich dazu, morgens aufzustehen und einer Beschäftigung nachzugehen, für die du nicht mehr brennst. Da ist auch niemand, der dich zwingt Sachen zu kaufen, die du nicht brauchst oder Nahrung zu essen, von der du nicht mal sagen kannst, wo sie herkommt oder was genau in ihr drin ist. Du allein triffst tagtäglich freiwillige Entscheidungen darüber, was du denkst, fühlst und tust. Folglich kannst du sie auch ändern.

Mein Schlüssel zum Glück: Einfachheit

Im Zuge dieses Bewusstseins begann ich in kleinen Schritten, langsam Veränderungen in meinem Denken und Handeln einzuleiten. Dafür horchte ich zunächst tief in mich hinein und verspürte, dass mir mein Körper ein großes Ruhebedürfnis signalisierte. Ich startete damit, in der Stadt nach kleinen, grünen Ruheoasen zu suchen und ein Mal im Monat den Trubel der Metropole ganz hinter mir zu lassen. Dann verbannte ich zum größten Teil die Nachrichten mit ihren permanent negativen Schlagzeilen aus meinem Fokus und entfernte alle Apps mit Pushnachrichten von meinem Smartphone. Dabei bemerkte ich immer mehr, wie gut mir das Einfache tat und wie befreiend es war, Ablenkungen jeglicher Art zu reduzieren.

Ich hatte die Einfachheit für mich entdeckt und begann schließlich, alle Informationen zu  Vereinfachung und Minimalismus aufzusaugen, die ich zu fassen kriegen konnte. Schnell stieß ich dabei auch auf das Thema „Aufräumen“. Bekommst du allein schon beim Lesen des Wortes Fluchtgefühle? Dann befindest du dich in guter Gesellschaft. Mir ging es genauso. Weder tat ich es gerne, noch zählte das Aufräumen bis dato zu meinen Stärken. Während ich allerdings die Dinge in Augenschein nahm, die ich mittlerweile zum Teil völlig sinnfrei um mich herum angehäuft hatte, wurde mir klar, dass ich mit den Sachen versuchte, etwas zu kompensieren. Statt immer weiter blindlings zu konsumieren, beschloss ich, dass es an der Zeit war, für mich selbst Verantwortung zu übernehmen, Dinge zu hinterfragen und einmal richtig aufzuräumen.

Und das tat ich dann auch. Ich begann beim Kleiderschrank, ging dann über zu CDs, DVDs und Büchern, bis hin zu Dokumenten und Kleinkram. Weitere, intensive Denkprozesse setzten sich dabei in mir in Gang und größere Schritte folgten. So wechselte ich den Job und schraubte gehörig an meiner Ernährung, die mittlerweile aus echten Lebensmitteln besteht. Außerdem kam mir die Idee zu diesem Blog, den ich ab sofort regelmäßig mit meinen Erfahrungen und Gedanken zum Thema Einfachheit bespielen möchte. Nach meinen Erkenntnissen aus dem Jahr 2015 bin ich mir sicher, in diesem Punkt gibt es noch unglaublich viel zu entdecken!

Und so geht es im Blog weiter: Im Januar wird sich hier alles um das Thema Aufräumen drehen. Warum? …, weil ich mittlerweile davon überzeugt bin, dass man mindestens einmal im Jahr Großreinemachen sollte. Ferner möchte ich Aufräumtechniken beleuchten und mich näher mit dem Sachverhalt Konsumverzicht auseinandersetzen.

Ach und wenn du dich noch fragst, warum ich für all das hier ausgerechnet einen Blog aufsetzen musste? Einfach, weil ich gern schreibe, mutig etwas Neues für mich ausprobieren möchte und neugierig bin, wie du mit dem Thema Einfachheit umgehst. Also, folge der Spur des Einfachen und lasse mich auch an deinen eigenen Erfahrungen teilhaben!