Mein Start ins Balkongärtnern

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Der Frühling zeigt sich und meine ersten kleinen Anzuchtversuche auf dem Fensterbrett tragen „Früchte“.

Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich zu den Leuten gehöre, die von Natur aus einen „grünen Daumen haben“. Meine ersten und bislang letzten Erfahrungen mit dem Gärtnern machte ich während des Besuchs eines Schulgartens in der Grundschule. Ich habe es außerdem nie besonders gemocht, wenn es damals hieß, meinen Eltern im Garten zu helfen. Für mich stand irgendwann sogar fest, dass ich nie einen eigenen Garten haben wollte, da dieser viel zu viel Aufwand und Arbeit bedeutete. Warum also jetzt mein Versuch, ins Balkongärtnern zu starten?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens reizt es mich, Neues, mir unbekanntes auszuprobieren. Zweitens mag ich die Herausforderung, Dinge anzugehen, die ich noch nicht kann (quasi mich selbst zu „challengen“). Drittens lerne ich gern und versuche stetig, mir irgendwie neues Wissen anzueignen. Nachdem ich mich im Monat Februar zudem intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandersetzte und dann weitere Informationen im Bereich Nahrungsversorgung sammelte, reizte es mich anschließend immer mehr, selbst zu versuchen, eigene Kräuter, Pflanzen und Nahrungsmittel anzubauen.

Doch wie und wo damit anfangen?

Ich begann schließlich da, wo ich immer startete: Ich steckte zunächst meinen Kopf in ein Buch. In ein Handbuch, um genauer zu sein, das mir verraten sollte, wie man Gemüse, Obst und Kräuter leicht auf kleinstem Raum zu Hause anbaut und erntet. Was ich  anfangs durch das Lesen mitnahm, war vor allem eines: ernüchternd. Ich kam zu der Überzeugung, dass mein kleines, neues Projekt kein Leichtes werden würde. Galt es doch so viele Dinge zu beachten – angefangen beim Lichteinfall und Boden, über das Pflanzgefäß, der Aussaat bis hin zum Gießen. Das Ganze lähmte mich erst mal und vor allem meinen Tatendrang. Glücklicherweise gelangte ich zum Ende des Buches dann aber doch noch zu dem Schluss, dass ich einfach irgendwo anfangen sollte, um eigene Erfahrungen zu sammeln.

Also führte mich mein Weg Anfang März in ein Gartencenter, wo mein Enthusiasmus direkt das nächste Mal ausgebremst wurde. Dieses Mal nicht durch zu viele Informationen, sondern durch eine zu große Auswahl an Möglichkeiten hinsichtlich des Anbauens, Einpflanzens und Hinstellens von Pflanzen. Aus meiner Überforderung heraus entschied ich mich letzten Endes für den Kauf dreier, vermeintlich einfacher Dinge, für die laut Anleitung nur wenig Platz und ein paar Handgriffe nötig waren, um sie zum Wachsen zu bringen: ein Fertig-Pilz-Set im Karton und zwei Pflanzsäcke mit Zitronenmelisse sowie Minze.

Wieder zu Hause angekommen, präparierte ich die Pflanzsäcke wie vorgegeben: Pflanzenerde in den Sack schütten, ein bisschen davon aber zur Seite legen. Samen in die Erde geben, restliche Pflanzenerde drüber streuen, Erde anfeuchten, Folie überstülpen und an einen sonnigen Fleck im Zimmer stellen. Klingt einfach. Gewachsen ist in den Pflanzsäcken dann aber auch nach einem Monat noch nichts.

Melisse1  Melisse2  Melisse3.jpg

Auch das Wachstum meines Fertig-Pliz-Sets war nicht von wesentlich mehr Erfolg gekrönt. Zuerst präparierte ich den Karton so, dass nur noch die Pilzmatte darin lag, gab die mitglieferte feuchte Erde darüber und legte eine Folie darauf.

Pilze1  Pilze 2  Pilze 3

Ich folgte der Anleitung, dennoch war nach einem Monat nur das zu sehen:

Pilze 4

Nach Tiefs folgen immer auch Hochs

Ich war ziemlich frustriert und ging in mich, was ich bei meinem Versuch der Pflanzenzüchtung wohl falsch gemacht hatte. Außerdem brauchte ich unbedingt ein kleines Erfolgserlebnis, um meinen Eifer für Pflanzen und das Balkongärtnern neu zu entfachen. Ich machte weiter und informierte mich, was generell bereits im März im Balkonkistchen angebaut werden kann. Meine Wahl fiel auf Pflanzen, bei denen man nicht viel falsch machen konnte: Radieschen und Spinat. Radieschen gelten als Kinderpflanzen. Sie können schon von den Kleinsten angepflanzt werden, da sie äußerst pflegeleicht sind. Radieschen müssen nur ausgestreut werden, danach wachsen sie quasi von allein. Ähnliches gilt für Spinat. Ich besorgte mir also zwei Balkonkistchen, Samen, Anzuchterde und legte Ende März mit der Aussaat im Freien los.

Wenn du dich fragst, weshalb ich Anzuchterde für die Aussaat verwendete?

Diese Erde ist sehr nährstoffarm und locker – ideal also, damit Samen Wurzeln ausbilden und wachsen. Erden mit zu vielen Nährsalzen können hingegen kleine, junge Wurzeln schädigen.

Radieschen_Spinat

Aufgrund reichlichen Niederschlags und viel Sonne hatte ich dann nach zwei Wochen tatsächlich mein erstes kleines Erfolgserlebnis: einige Samen begannen zu keimen und die ersten kleinen Pflänzchen ließen sich blicken.

Radieschen
Die ersten, kleinen Radieschenblätter werden sichtbar
Spinat
Erste Triebe des Spinats

Angespornt durch den kleinen Triumph, widmete ich mich meinem nächsten Versuch, essbare Blüten anzupflanzen. Hier fiel mein Augenmerk auf die Kapuzinerkresse. Jedoch muss diese in den Monaten März/April noch im Haus vorgezogen werden, bevor sie ab Mai ins Freie kann. Womit also die Pflanzen in der Wohnung anzüchten? Im Internet gibt es natürlich zahlreiche Utensilien zur Anzucht zu kaufen. Es geht jedoch auch einfacher und kostengünstiger! Man nehme leere Milchtüten, Plastikschalen oder Eierkartons und funktioniere sie zu kleinen Anzuchtgefäßen um. Einfach Anzuchterde in eines der Gefäße geben, Samen in die Erde drücken, alles gießen und eine Folie (z. B. Frischhaltefolie) über das Gefäß legen. Fertig ist das eigene kleine Anzuchtbehältnis! Übrigens: durch die Folie kann das Wasser nicht verdunsten. So baust du dir quasi kinderleicht dein eigenes, kleines Gewächshaus auf, wodurch Pflanzen schnelles Wachstum erzielen.

Das Resultat meiner Kapuzinerkresse-Anzucht konnte sich sehen lassen: bereits nach einer Woche regten die ersten kleinen Pflänzchen ihre Köpfe aus der Anzuchterde:

Kapuzinerkresse1

Und binnen zwei Wochen wurden aus den Samen sogar schon kleine Jungpflanzen:

Kapuzinerkresse2

Last but not least pflanzte ich vergangenes Wochenende Oregano, Basilikum und Petersilie in einem Pflanzgefäß an. Auch hier sind die ersten kleinen Keimlinge schon zu sehen.

Jeder kann mit dem Gärtnern im Kleinen beginnen!

Mich freuen diese ersten Erfolge. Vor allem auch unter dem Aspekt, welche kleinen Veränderungen diese Beschäftigung mit den Pflanzen in kürzester Zeit in mir ausgelöst haben. Beispielsweise schenke ich Pflanzen heute generell viel mehr Aufmerksamkeit und Beachtung als noch vor einem Monat. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sie mich mittlerweile faszinieren. Die Wohnung, die bislang pflanzenfrei war, wird inzwischen immer grüner.

Und weißt du, was das Beste ist? Eine Pflanze zum Wachsen zu bringen, gibt dir das Gefühl, etwas Gutes, Sinnvolles zu tun, etwas durch deine eigenen Hände zu erschaffen. Die Beschäftigung damit weckt den Spieltrieb und gleichzeitig den Ehrgeiz, immer weiter Neues auszuprobieren.

Ich lernte außerdem, dass man keinen „grünen Daumen“ benötigt, um ins Balkongärtnern einzusteigen. Ein wenig Interesse, Freude am Experimentieren und vor allem Geduld genügen. Der Rest, samit Ideen, entwickelt sich dann von ganz allein. Mein kleines Balkongartenprojekt geht in jedem Fall weiter.

Alternativen zum Supermarkt

einkaufswagen
Jede Woche das gleiche Bild: Dabei stehen die Einkaufswagen nicht nur vor den Supermärkten in langen Schlangen (Foto: khv24 / pixelio.de).

Sie sind heute wahrscheinlich die Hauptschnittstellen zwischen Produzenten und Konsumenten – die Supermärkte. Mindestens einmal pro Woche bin auch ich in einem der großen Einkaufstempel unterwegs, um mir meinen Lebensmittelnachschub zu besorgen. Jedes Mal wenn ich dort bin, rattern mir Fragen durch den Kopf wie: Wie wurde das Obst und Gemüse, das ich in meinen Einkaufswagen lege, angebaut? Kommt es aus der Region? Oder gibt es alternative Anbieter, die ihr Obst und Gemüse nicht mit Plastikfolie umhüllt verkaufen? Und wie kann ich lange Kassenschlangen und unentspannte, drängelnde Menschen beim Einkaufen vermeiden?

Ich habe nun in den vergangenen beiden Wochen versucht, erste Alternativen zu Supermärkten für mich zu finden. Allerdings möchte ich vorab darauf hinweisen, dass die nachfolgende Liste  keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ich gebe lediglich ein paar meiner ersten Erfahrungswerte wieder.

1. Biomärkte

Von außen betrachtet, sehen einige aus, wie normale Supermärkte. Schon beim Reingehen herrscht hier jedoch meist eine ganz andere Atmosphäre. Jedenfalls habe ich bei meinen Ausflügen zu Biomärkten bislang noch keine drängelnden Menschen erlebt, die sich mit ihren großen Einkaufswagen versuchen, an dir vorbeizuschlängeln. Auch ellenlange Schlangen an der Kasse erlebst du hier selten. Alles ist dort ein bisschen kleiner als im Supermarkt. Das Angebot ist, zumindest bei Alnatura oder denn’s Biomarkt, dennoch sehr umfangreich und reicht von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Naturtextilien. Selbst Utensilien zum Biogärtnern wie Biodünger oder torffreie Erde habe ich bei Alnatura in einem Regal gefunden.

Wenn du Produkte aus ökologischer Erzeugung suchst, bist du hier richtig. Viele Produkte sind mit anerkannten Biosiegeln von Demeter oder Bioland gekennzeichnet, zahlreiche Artikel stammen aus der Region. Bio Obst und Gemüse ist hier oft sehr klein, dafür kannst du dir zumindest sicher sein, dass bei der Aufzucht keine künstlichen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen. Da das Betreiben von Ökolandwirtschaft jedoch aufwendiger ist, hat die angebotene Qualität auch ihren Preis. Dieser Preis verhindert wiederum, dass ich mir beispielsweise permanente  Einkäufe für die gesamte Woche in Biomärkten leisten kann. Einmal pro Woche mache ich jedoch einen Abstecher in Biomärkte, um Neues zu entdecken, Kleinigkeiten auszutesten und verschiedene Märkte mit ihrem Angebot zu erleben.  Für Hamburg gibt es hier eine schöne Übersicht an Biomärkten.

2. Wochenmärkte

Vielerorts gibt es in Großstädten die Möglichkeit, Wochenmärkte in entspannter Atmosphäre zu besuchen. In Hamburg hat jeder Stadtteil seinen eigenen. Auch hier ist das Angebot sehr vielfältig und reicht von Obst und Gemüse über Fleisch und Käse bis hin zu Blumen. Wenn du zeitig genug hingehst, ersparst du dir außerdem Menschenansammlungen und erlebst das volle Angebot. Die Händler auf den Wochenmärkten stammen aus der Region. Doch Achtung, das bedeutet nicht, dass ihre Waren auch immer automatisch aus der Region kommen. Viele Anbieter beziehen ihre Produkte auch vom Großmarkt. Das erkennst du daran, dass dir mitten im Winter beispielsweise Zitrusfrüchte aus der Angebotskiste entgegen strahlen. Um sicher zu gehen, woher beispielsweise das angebotene Obst und Gemüse tatsächlich stammt, besteht hier jedoch die Möglichkeit, beim Verkäufer direkt nachzufragen.

Die Preise sind mit denen im Supermarkt vergleichbar. Oftmals lässt sich mit den Händlern am Stand auch noch um den Preis feilschen, vorausgesetzt man bringt ein wenig Kommunikationsbereitschaft mit. Ein Manko ist, dass viele Wochenmärkte nur montags bis freitags geöffnet haben und somit für Berufstätige schwierig zu besuchen sind. Dennoch war der Besuch auf dem Wochenmarkt für mich ein spannendes Erlebnis, das ich, wenn die Zeit es zulässt, weiter verfolgen möchte; schon allein, um weitere Stadtteile kennenzulernen. Für Hamburg findest du hier eine Liste für Wochenmärkte und Öko-Wochenmärkte (, die auch Samstags geöffnet haben).

3. Bio Obst- und Gemüsekiste

Wer keine Lust auf Bio- oder Wochenmarkt hat, kann sich seine Bio-Lebensmittel inzwischen auch nach Hause liefern lassen. Im Web finden sich hierzu unzählige Angebote, die meisten mit Kennenlernangeboten. Einen davon habe ich kürzlich auf Empfehlung ausgetestet und war ganz angetan davon. Bei der Auswahl des Händlers war mir persönlich wichtig, dass er aus der Region stammt und Produkte mit anerkanntem Biosiegel vertreibt. In diesem Fall habe ich mich für das Gut Wulksfelde (Hier gibt es auch einen Hofladen und es besteht sogar die Möglichkeit, selbst Gemüse anzubauen und zu ernten) entschieden, das Produkte unter dem Biosiegel „Bioland“ anbietet. Das Bioland Siegel steht dafür, dass auf Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetische Dünger und Pestizide verzichtet wird.

Das Bestellen der Bio-Obstkiste gestaltete sich anschließend ziemlich einfach. Um das Angebot kennenzulernen, entschied ich mich für eine Schnupperkiste mit Bio Obst und Gemüse für 20 Euro. Dafür musste nur das entsprechende Online-Bestellformular ausgefüllt werden. Am nächsten Tag erhielt ich dann einen Anruf, um die letzten Bestellformalitäten zu klären und den Termin für die Probekisten-Lieferung zu erhalten. Bei vielen Anbietern von Bio Obst- und Gemüsekisten kann man zudem Sortimentskisten in verschiedenen Größen bestellen, die beispielsweise dann nur Obst und Gemüse aus der Region enthalten. Wer berufstätig ist und zum angegebenen Liefertermin nicht zu Hause ist, kann mit den Lieferservices auch einen Ort vereinbaren, wo die Kiste abgestellt werden soll oder sie direkt zur Arbeitsstelle liefern lassen. Darüber hinaus lässt sich in der Regel auch festhalten, in welchen Abständen eine Biokiste geliefert werden soll. Und wenn man bestimmtes Obst oder Gemüse gar nicht mag, kann man das vorab auch angeben.

Obstkiste
Bio-Lieferservice nach Hause vom Gut Wulksfelde bei Hamburg

Mit dem Inhalt meiner bestellten Schnupperkiste war ich wie gesagt sehr zufrieden. Das Angebot war für den Preis sehr umfangreich, vielfältig und frisch. Und ich bekam durch die gelieferten Lebensmittel Anregungen, neue Rezepte auszuprobieren, beispielsweise dieses hier:

Vegane Lauch-Kartoffel- „Käse“-Suppe mit Porree und Cashewnüssen sowie abgeschmeckt mit Senf.

4. Selbst anbauen

Als Städter hast du heute vielerorts außerdem die Möglichkeit, in Randgebieten mit Hilfe von so genannten Selbsternte-Projekten ein eigenes kleines Stück Acker zu mieten und zu bestellen. Allerdings ist das alles mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, den es nicht zu unterschätzen gilt. Da ich zudem kein Auto besitze, ist es für mich schwer, ohne Weiteres in diese Randgebiete der Stadt (oder sogar außerhalb) zu gelangen. Wer dennoch ein wenig damit experimentieren möchte, eigenes Gemüse anzubauen, dem empfehle ich, sich dem im Kleinen über das Balkongärtnern zu nähern. Egal ob Kräuter auf der Fensterbank oder Salate im Balkonkistchen – wer sich einmal mit dem Thema beschäftigt, merkt schnell, dass hier mehr möglich ist, als man zunächst annimmt. Und noch etwas realisiert man dabei, nämlich wie viel Geduld und Vorbereitung es bedarf, ehe aus einem Saatkorn überhaupt erst mal ein kleines Pflänzchen entsteht. 😉

Wie PLU-Code und TTIP mein Bewusstsein für echte Lebensmittel schärfen

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Konventionell, Bio oder genverändert? … Beim Gang durch den Supermarkt frage ich mich heute immer öfter, ob die Lebensmittel, die verkauft werden, „echt“ sind und unter welchen Bedingungen sie erzeugt wurden. (Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de)

Alles begann damit, dass ich mich irgendwann beim Einkauf im Supermarkt fragte, was diese vier- bis fünfstelligen Zahlencodes auf den Obst- und Gemüseetiketten eigentlich zu bedeuten haben. Bei näherer Betrachtung stieß ich darauf, dass es sich hierbei um so genannte PLU-Codes handelt. Diese Nummern dienen schlicht der Identifizierung von Apfel_codeObst und Gemüse und werden von einer zentralen Vergabestelle, der International Federation for Produce Standards (IFPS), schon seit den 1990er-Jahren vergeben. Laut Wikipedia soll die Vergabe von PLU-Codes für Obst- und Gemüsesorten die Inventur und den Kassenverkauf dieser Produkte im Handel vereinfachen.  So weit so gut.

Anfang des Jahres kursierten in sozialen Medien jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass man an Hand der PLU-Codes genmodifizierte Produkte erkennen könne. Das machte mich stutzig und ich recherchierte weiter. Letzten Endes ist es so, dass mir beispielsweise die vierstellige Nummer auf dem nebenstehenden Etikett  sagt, dass es sich hier um einen Apfel der Sorte „Red Chief“ handelt, der konventionell mit Kunstdünger erzeugt wurde. Würde dort eine fünfstellige Zahl mit dem Präfix 9 stehen, könnte ich daran ableiten, dass es sich um ein Bioprodukt handelt. Tatsächlich war anfangs die Zahl 8 in fünfstelligen Nummerierungen zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte  vorgesehen, kam aber nie zum Einsatz. Ganz im Gegenteil, denn inzwischen werden fünfstellige PLU-Codes, die mit einer 8 beginnen, auch für konventionelle und Bioprodukte verwendet. (Ausführliche Infos zum Thema PLU-Codes findest du auch hier.) Irgendwie verwirrend! Was zur Folge hat, dass ich mich inzwischen kritischer damit auseindersetze, unter welchen Bedingungen die Produkte, die ich in meinen Einkaufswagen lege, erzeugt wurden. Und eine weitere Fragestellung resultiert daraus. Nämlich, wie kann ich denn nun heute schon genveränderte Produkte beim Einkauf erkennen?

So viel vorweg zur Entwarnung. Laut Verband Lebensmittel ohne Gentechnik ist es bislang so, dass sich kaum gentechnisch veränderte Lebensmittel in den Regalen der deutschen Supermärkte befinden. Sind Produkte gentechnisch verändert, müssen diese laut EU-Gesetz gekennzeichnet sein. Die Regelung enthält jedoch Ausnahmen. Beispielsweise lässt sich nicht so einfach erkennen, ob tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Diese Lücke soll nach Angaben des Verbands das Label „Ohne Gentechnik“ schließen. Allerdings ist diese Kennzeichnung freiwillig. Mehr Infos zum Siegel findest du hier.

Die Themen Siegel, Herkunftszeichen und Symbole auf Verpackungen sind generell ein kniffliger Bereich für sich. Ursprünglich wurden sie ja sicherlich mal geschaffen, damit wir besser  durchschauen können, auf welche Art ein Lebensmittel erzeugt wurde.  Doch blickst du im Dschungel der vielen Siegel noch durch? Kannst du die wichtigen, nützlichen Kennzeichnungen von denen unterscheiden, die einzig zu Marketingzwecken der Unternehmen auf die Verpackungen gedruckt werden? Ich finde das mittlerweile sehr schwierig. Abhilfe kann jedoch ein Besuch der Website der Verbraucherzentrale schaffen. Dort gibt es eine gute Übersicht zum Thema. Du findest sie hier.

Und als sei das nicht schon alles verwirrend genug, könnte es am Ende noch komplizierter werden. Es stellt sich nämlich die Frage, worauf wir uns beim Kauf und Verzehr von Lebensmitteln einstellen müssen, sollte es am Ende zu TTIP kommen?

Noch mehr Intransparenz durch TTIP

Schon recht lange ist ein transatlantisches Freihandelsabkommen, das so genannte TTIP, zwischen der EU und den USA im Gespräch. Du wirst es durch die Medien mitbekommen haben. Durch das Abkommen erhoffen sich beide Seiten die Schaffung eines größeren Wirtschaftsraums durch den Abbau von Handelsbarrieren. Ferner sollen daraus viele Vorteile wie Wachstum oder neue Arbeitsplätze entstehen. In Deutschland und weiteren Teilen der EU ist das Abkommen jedoch sehr umstritten. Und noch etwas ist das Thema, nämlich äußerst komplex. Es gibt dazu Unmengen an Material zum Lesen und Anschauen. Tippe z. B. einmal „TTIP und Lebensmittel“ in die Web-Suchmaske ein, dann weißt du, was ich meine.

Doch was ist nun eigentlich das Problem an TTIP? Eine gute Zusammenfassung zu dieser Frage kann dir beispielsweise die ARD-Doku „Was bringt TTIP? Das Handelsabkommen auf dem Prüfstand“ liefern. Diese Sendung ist von Anfang des Jahres, somit aktuell und du kannst sie dir hier anschauen. Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin von der taz, schildert unter anderen darin, dass ein großes Problem von TTIP die unterschiedlichen Philosophien sind, die es in den USA und der EU zum Thema „Organisation des Verbraucherschutzes“ gibt. In den USA herrscht beispielsweise das Haftungsprinzip. Das bedeutet, dass dort quasi erst mal alles erlaubt ist, bis sich herausstellt, dass etwas doch gefährlich ist. In der EU herrscht hingegen das so genannte Vorsorgeprinzip. Hier gilt, es muss zunächst der Beweis erbracht werden, dass ein Produkt nicht gefährlich ist, bevor es auf den Markt gebracht werden darf. Weitere kritische Punkte: In den USA sind  Chemikalien erlaubt, die in der EU verboten sind. Zudem erlauben die USA mehr Rückstände von Pestiziden in Produkten als die EU. Chlorhühner und hormonbehandeltes Rindfleisch gehören in den USA dazu. Außerdem sind dort gentechnisch veränderte Lebensmittel akzeptiert, in der EU sind diese hingegen kennzeichnungspflichtig.

Welcher „Worst Case“ uns erwarten könnte, sollte es tatsächlich zum Freihandelsabkommen TTIP kommen – mit dieser Fragestellung hat sich bereits die Verbraucherschutzzentrale Hamburg beschäftigt. Den interessanten Beitrag, was beim Kauf und Verzehr von Lebensmitteln auf uns zukommen könnte, kannst du hier nachlesen.

Ein kleines Beispiel noch hierzu: In der EU ist einheitlich geregelt, welche Informationen jede Lebensmittelverpackung grundsätzlich tragen muss. Dazu gehören Angaben wie Lebensmittelbezeichnung, Zutaten, Mindesthaltbarkeitsangaben oder auch eine Nährwertkennzeichnung. Für einige Lebensmittel wie Rindfleisch, Eier, Obst, Gemüse oder Bioprodukte gibt es darüber hinaus spezielle Pflichtangaben, zum Beispiel zu ihrer Herkunft. Durch TTIP könnte diese Kennzeichnung jedoch in Gefahr sein.

Fazit?

Sobald du dich näher damit beschäftigst, wo die Lebensmittel herkommen, die auf deinem Teller landen und du dir die Frage stellst, wie diese überhaupt erzeugt wurden, wird es kompliziert und undurchsichtig. Auf meinem Weg zu mehr Einfachheit ergeben sich daraus zwei Handlungskonsequenzen. Erstens: In diesem Monat möchte ich Alternativen zum konventionellen Supermarkt ausloten. Ich möchte wissen, wo die Produkte herkommen, die ich zu mir nehme und ob sie tatsächlich unter natürlichen Bedingungen erzeugt wurden. Und zweitens: Ich möchte den Versuch starten, selbst etwas anzubauen. Dafür werde ich mich ab diesem Monat in kleinen Schritten an das Thema Balkongärtnern herantasten. Ob das gelingt? Ich weiß es nicht. Einen Versuch ist es aber in jedem Fall wert. 🙂

Wrap up: Auf ungeradem Weg zur gesunden Ernährung

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(Fotos von oben l.n.r.: Rudis-Fotoseite.de, Peter_Pleischl, El-Fausto, Tim Reckmann / alle pixelio.de)

Februar, der Monat, in dem ich mich insbesondere mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt habe, ist so gut wie vorbei. Zeit also, für das nächste, kleine Resümee …

Um es kurz zu fassen, dieser Monat war schon eine kleine Herausforderung für mich. Das Thema ist einfach so komplex, dass es mir schwer fiel, einen geeigneten roten Faden zu finden. Am liebsten wollte ich in diesen vier Wochen so viele Aspekte wie möglich beleuchten und aufgreifen, merkte jedoch ziemlich schnell, dass ich mich verrannte und dabei selbst viel zu sehr unter Druck setzte. Dann klappte es auch nicht gleich so mit der gesunden Ernährung, wie ich es mir ausgemalt hatte. Demzufolge stieg das Frustpotenzial.

Am Ende waren es jedoch genau diese Rückschläge und Tiefs, die mir geholfen haben, doch noch eine Art roten Faden zu finden und mich in Sachen gesunder Ernährung wieder auf den Weg zu begeben, den ich für mich als richtig erachte. Ich denke, das macht den Reiz dieses Projekts auch aus. Denn egal, was du dir zunächst so schön im Kopf zurecht gelegt hast … wenn du losläufst, werden die Karten noch mal ganz neu gemischt. Auf deiner kleinen Reise erlebst du Hochs, aber auch Tiefs und kommst manchmal vielleicht sogar an einem ganz anderen Punkt an, den du noch gar nicht in Betracht gezogen hattest. Das ist gut. Denn indem du deine Komfortzone, das dir bekannte, vertraute Terrain verlässt, lernst du viel Neues dazu – insbesondere auch über dich selbst.

Zusammengefasst! Das war in den vergangenen Wochen hier los:

So geht es im März weiter:

Noch fehlt mir die passende Kategorie, doch so viel schon vorweg. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas, möchte ich mich auch im folgenden Monat noch weiter mit Ernährungsfragen und Lebensmitteln beschäftigen. Allerdings wird es dann mehr darum gehen, welche Möglichkeiten und Alternativen es noch neben den altbekannten Supermärkten und Discountern gibt, um heutzutage an echte Lebensmittel zu kommen. Also dann, laufen wir mal wieder los …

Einfach und gesund durch die Arbeitswoche – meine Ernährungsansätze

obstburger
Eignet sich perfekt als Snack für zwischendurch und kommt deshalb jeden Tag mit mir ins Büro: frisches und knackiges Obst (Foto: Tim Reckmann / pixelio.de)

Man kennt das nur zu gut. Wer berufstätig ist, (mindestens) 40 Stunden pro Woche arbeitet und vielleicht auch noch einen langen Anfahrtsweg zum Job hat, möchte abends nach der Arbeit nicht noch stundenlang in der Küche stehen, um gesunde Mahlzeiten für den nächsten Tag vorzubereiten. Schnell landet man dann bei den ungesunden Alternativen, die es Tag für Tag an jeder Ecke einfach und schnell zu kaufen gibt. Da mir die gesunde Ernährung in letzter Zeit auch wieder etwas zu entgleiten schien, habe ich mir vergangene Woche noch mal klar vor Augen geführt, das sie nicht ohne etwas Aufwand und Vorbereitung zu haben ist – die gesunde Ernährung. Was in dieser Woche dann folgte, waren wieder erste, kleine Schritte und Erfolgserlebnisse in die richtige Richtung. Ich erlebte dabei, dass eine gesunde Ernährungsweise machbar und praktikabel ist, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein.

Mit dem Frühstück fängt alles an

Frühstückst du morgens? Um gestärkt und gesund in den Arbeitstag zu starten, ist ein ausgewogenes Frühstück aus meiner Sicht unerlässlich. Ich gebe zu, lange Zeit sah ich das auch nicht so. Was mich schließlich zum Umdenken brachte, waren Heißhungerattacken, die ich ohne Frühstück regelmäßig ab 10 Uhr bekam. Seitdem ich mir morgens nun etwas Zeit fürs Essen nehme, sind diese Heißhungeranfälle Geschichte.

Um mich zum morgendlichen Frühstück zu bewegen, habe ich eine Art Ritual (du kannst es auch Routine nennen) entwickelt. Es dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde und lässt mich inzwischen sogar mit Freude in den Tag starten. Zu dem Ritual gehört stets eine Kerze (denn ich liebe Gemütlichkeit am Morgen) und ein interessanter Podcast (zu unterschiedlichsten Themen), den ich zum Frühstück höre. Zu essen gibt es entweder Vollkornbrot, Knäckebrot (jeweils mit leckerem veganen Aufstrich) oder einen Overnight Oat, immer frisches Obst und zu trinken eine ausgepresste Hälfte einer Zitrone in warmem Wasser.

Wer Overnight Oats noch nicht kennt … sie sind schnell gemacht, liefern Energie und sind auch was für Leute, die normalerweise nicht so gerne Haferflocken essen (so wie ich). Außerdem sind sie gesund. Sie beinhalten Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate, die gut für die Verdauung sind und für ein langes Sättigungsgefühl sorgen. Eine Portion Overnight Oats besteht bei mir meistens aus folgenden Zutaten: 5 Esslöffel Haferflocken, 1 Teelöffel Chiasamen (ist auch als Superfood bekannt, weil es reich an Vitaminen, Antioxidantien, Proteinen, Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen ist), 125 ml Kokos-, Mandel- oder Dinkelmilch und zwei Sorten Obst deiner Wahl (z. B. Banane und Kiwi). Das alles in einer Schale gut verrühren, anschließend in ein Gefäß mit Verschluss geben und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen sind die Haferflocken dann durch die Flüssigkeit so weich, dass eine Art Brei entstanden ist. Voilà. Das Ganze kann nun gegessen werden und ist wie gesagt wirklich lecker.

Jeden Morgen gönne ich mir außerdem ein Glas warmes Zitronenwasser. Das hilft beispielsweise, mein Immunsystem zu stärken (durch das reichhaltige Vitamin C in den Zitrusfrüchten) und meine Verdauung durch die Säuren der Zitrone anzuregen. Zitronenwasser soll zudem den Körper entsäuern. Es schmeckt zwar sauer, wirkt im Organismus jedoch basisch. Dass da etwas dran ist, habe ich schon oft selbst gespürt. Grummelt es morgens im Darm, wirkt warmes Zitronenwasser Wunder und ich sage dir, danach wirst du dich auf jeden Fall besser fühlen. Vermeiden sollte man jedoch, zu heißes Wasser zu verwenden. Heißes Wasser zerstört nämlich das gesunde Vitamin C der Zitrone. Deshalb das Wasser erst mal abkühlen lassen, bevor du den gepressten Zitronensaft ins Glas gibst.

Mein Mittagstisch – gemüselastig, bunt und frisch

Die Mittagszeit ist für mich meist der schwierigste Part des Tages. Hier kann es leicht passieren, dass man schwach wird und wieder zu ungesunden Mahlzeiten greift. Abhilfe kann jedoch eine gute Vorbereitung schaffen.

Mahlzeiten, die aufgewärmt werden, bereite ich meist am Abend zuvor zu. Dafür braucht es nicht viel. Es reicht schon Kokosmilch und/oder Gemüsebrühe, bis zu fünf Gemüsesorten sowie verschiedene Gewürze vorrätig zu haben. Daraus lassen sich dann bereits vielfältige, bunte, leckere und gesunde Geschmacksvariationen zaubern. Bei der Gemüseauswahl achte ich stets darauf, welches gerade Saison hat. Warum? Beispielsweise, weil Obst und Gemüse, das aus aller Herrenländer zu uns verschifft oder geflogen wurde, bereits reichlich an Vitamen verloren hat. Saisonale Kost schont zudem die Umwelt und ist reichhaltiger im Geschmack. Um abzugleichen, welches Gemüse bei uns wann Saison hat, nutze ich regelmäßig die Facebook-Infos von Stadtwandeln. Dort werden jeden Monat die Gemüsesorten veröffentlicht, die Saison haben.

An den Wochenenden können die Mahlzeiten selbstverständlich etwas aufwändiger ausfallen. Oft bereite ich hier dann bewusst mehr zu, um zumindest eine weitere Mahlzeit für die Woche übrig zu haben. Was natürlich auch immer geht zum Mittag ist Salat. Klingt zunächst erst mal langweilig, mittlerweile bin ich jedoch ein richtiger Salatfan geworden. Er lässt sich schnell zubereiten und wenn du ihn mittags isst, fällst du in kein Loch. Da die Kohlenhydrate fehlen, steigt dein Insulinspiegel nicht sprunghaft an, um im nächsten Moment direkt sprunghaft wieder abzufallen. Du fühlst dich durchgängig gut und bleibst auch nach dem Mittag ohne Pause leistungsfähig.

An Abenden, an denen nach der Arbeit noch der Sport auf meinem Programm steht, koche ich mir also keine Mahlzeit für den nächsten Tag, sondern schnipple munter Salat und Gemüse zu einer bunten Variation. Oft kommt es auch vor, dass ich den Salat samt der anderen Komponenten erst am frühen Morgen klein schneide. Das ist praktikabel, weil es binnen zehn Minuten erledigt und dann auch direkt zur Mitnahme bereit ist.

Frisches Obst – mein Snack für Zwischendurch

Wenn der „kleine Hunger“ kam, griff ich früher meist zu Schokolade und Naschereien. In meinem ersten Job gab es beispielsweise eine so genannte „Snackbox“, die mit allerlei ungesundem Süßkram gefüllt war. Über den Tag verteilt, griff ich dort immer wieder zu und ließ für den spontanen Zuckerkick ordentlich Kleingeld in die Sammelbox fallen. Heute passiert mir das nicht mehr. Wenn ich Lust auf etwas Süßes bekomme, greife ich  zu einer gesünderen Variante, dem frischen Obst. Jeden Tag habe ich mindestens zwei verschiedene Obstsorten mit dabei. Eine gönne ich mir in der ersten Tageshälfte, die andere in der zweiten.

Trinken nicht vergessen!

Ich tat mich auch lange Zeit schwer damit, ausreichend zu trinken. Früher habe ich manchmal über den Tag verteilt nur ein Glas Wasser getrunken, weil ich schlichtweg vergessen hatte, Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Die Folge waren dann Kopfschmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Indem ich wieder eine Routine schuf, habe ich hier etwas verändert. Morgens, wenn ich ins Büro komme, setze ich mir zunächst Wasser auf und stehe solange daneben, bis es kocht. Wenn es soweit ist, gieße ich das Wasser in eine Thermoskanne, die dann tagsüber auf meinem Schreibtisch in Reichweite steht. An manchen Tagen trinke ich das Wasser dann einfach pur, meistens schnipple ich mir für den Geschmack jedoch noch ein paar Stückchen Ingwer (ist entzündungshemmed, hilft beim Entgiften und verbessert die Verdauung) oder Limette (Vitamin C-Lieferant) ins Glas.

Zum Abschluss des Tages noch mal bunt und gesund

Je nachdem, ob es zur Mittagszeit bereits eine warme Mahlzeit gegeben hat, richtet sich danach mein Abendbrot. Gab es etwas Warmes tagsüber, bereite ich mir abends nur noch eine leckere, bunte Salatvariation zu. Gab es tagsüber bereits Salat, koche ich mir abends noch etwas Warmes (wie im Punkt Mittagstisch beschrieben). Die Portion fällt dann wiederum etwas üppiger aus, damit ich am nächsten Tag noch etwas für das Büro zum Mitnehmen habe. Et voilà, so komme ich gesund und gut durch die Arbeitswoche.

Welche Routinen hast du entwickelt und welche Tipps und Tricks hast du auf Lager, um gesund und gestärkt durch die Arbeitswoche zu kommen? Ich bin gespannt auf dein Feedback und freue mich, auch Neues auszuprobieren.

Wenn du strauchelst, dich gesund zu ernähren …

Weg zum Ziel
Der Weg zu einem Ziel verläuft oft nicht geradlinig, ist häufig mit zahlreichen Anläufen verbunden und/oder mit Nachjustierungen. (Foto: El-Fausto / pixelio.de)

In dieser Woche wollte ich in meinem Blog eigentlich davon erzählen, wie ich eine gesunde Ernährung in meinen Arbeitsalltag integriere. Da ich das in den letzten Tagen allerdings leider nicht geschafft habe, in die Tat umzusetzen, möchte ich das Thema an dieser Stelle erst mal zurückstellen. Es macht sich eine andere Frage breit. Woran liegt es eigentlich, dass wir oft mit Plänen scheitern, die wir uns vorab so schön im Kopf ausgemalt haben und was können wir tun, damit sie am Ende doch noch gelingen? Darum soll es nachfolgend gehen: um eine persönliche Spurensuche anhand der Ernährung.

Punkt 1: Eine gute Planung ist oftmals die halbe Miete.

Pläne auszuhecken und Vorsätze daraus abzuleiten ist einfach. Wenn ich mir beispielsweise vornehme, mich gesund zu ernähren, bin ich schnell begeisterungsfähig und von der Idee fasziniert. Problematisch wird es jedoch, wenn eine Idee anschließend nicht zu Ende gedacht und unter anderen außer Acht gelassen wird, welche Dinge überhaupt benötigt werden, um den Plan richtig zu realisieren. So geschehen bei mir in den vergangenen Tagen. Ich hatte mir zwar vorgenommen, mich gesund zu ernähren, dafür aber dummerweise keine ernsthaften Vorkehrungen getroffen. So hatte ich mir weder Gedanken gemacht, welche Mahlzeiten ich während der Arbeitszeit zu mir nehmen möchte, noch vorab die entsprechenden Zutaten besorgt, um gesund durch den Tag zu kommen. Fatal! Am Montag stand ich dann da im Büro – ohne gesundes Essen und musste gezwungenermaßen auf schlechte Alternativen ausweichen, um dem knurrenden Magen entgegen zu wirken. Merke: gesunde Ernährung hat immer mit Planung zu tun. Du solltest dir am Wochenende wenigstens ein paar Minuten Zeit nehmen, um die anstehende Woche essenstechnisch zu planen. Was gibt es zum Frühstück, was mittags, was abends und was benötigst du vielleicht noch für zwischendurch? Die Zutaten brauchst du noch nicht für die ganze Woche zu besorgen (zu mal viele schnell verderbliche Sachen darunter sein werden). Es reicht für die ersten beiden Wochentage vorzusorgen und den Bedarf dann sukzessive in der Woche aufzufüllen.

Punkt 2: Sag nicht „Ja“, wenn du „Nein“ meinst!

Ein ganz wichtiger Punkt, der aus meiner Sicht auch auf viele andere Lebensbereiche zutriffst, ist folgender: Höre stets in dich hinein, was du wirklich möchtest. Triff dann deine Entscheidung und steh dazu, mit allen Konsequenzen. Ein äußerst simples Beispiel: die Mittagszeit der Arbeitswoche wird oft dazu genutzt, um mit Kollegen gemeinsam Essen zu gehen. Auch bei mir. Das ist einerseits schön, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wenn das Essensangebot jedoch wenig Gesundes bereithält, kann das am Ende sehr unbefriedigend und kontraproduktiv sein. Was ist nun die Handlungskonsequenz? Sich immer wieder vor Augen führen, was man tatsächlich möchte und dieses Ziel dann auch konsequent verfolgen. Das kann dazu führen, dass man am Ende eben „Nein“ zum gemeinsamen Mittagessen sagen muss, um stattdessen auf das gesunde Selbst- und Mitgebrachte umzusteigen. Das bringt dich dann am Ende auf jedem Fall deinem Ziel näher, dich gesund zu ernähren, und ist definitiv besser, als „Ja“ zu sagen, obwohl du eigentlich „Nein“ meinst. Bedenke außerdem: Was bringt es dir letzten Endes, wenn du dich hinterher nur grün und blau ärgerst, wenn du wieder einmal nicht von vornherein konsequent warst? Und wer weiß, vielleicht begeisterst du am Ende ja sogar den ein oder anderen Kollegen auf eine gesunde Mittagspausen-Variante umzusteigen, wenn du dranbleibst …

Punkt 3: Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor!

Auch ich muss mir das immer wieder bewusst machen, dass es einfach nicht funktioniert, alles gleichzeitig machen bzw. haben zu wollen. Alles hat seinen Preis! Letzte Woche beispielsweise versuchte ich, neben der gesunden Ernährung auch ein adäquates Sportprogramm umzusetzen. Ich machte den Fehler, dass ich sofort zu viel wollte. Da das Sportprogramm einige Abendstunden ausfüllte, fehlte mir anschließend die Willenskraft,  in der Küche noch das Essen für den nächsten Arbeitstag vorzubereiten. Am Ende war der Frust groß, weil ich es nicht schaffte, mein Vorhaben mit der gesunden Ernährung in die Tat umzusetzen. Damit das kommende Woche nicht wieder passiert, habe ich nun folgenden Plan geschmiedet: An den Tagen, an denen es abends zum Sport geht, gibt es am nächsten Tag während der Mittagszeit im Büro einen leckeren selbstgemachten Salat. Der benötigt nicht viel Aufwand vorab und macht aber gleichzeitig satt. An den Abenden, an denen kein Sport ansteht, bereite ich eine Mittagsmahlzeit für den nächsten Tag vor, die maximal aus fünf Zutaten bestehen soll. So möchte ich den Arbeitsaufwand unter der Woche in Grenzen halten und mich trotzdem gesund ernähren. (Am Wochenende darf die Zubereitung der Mahlzeiten dann gern aufwändiger sein.)

Punkt 4: Genieße das Zubereiten der Mahlzeiten.

Wann haben wir eigentlich verlernt, Mahlzeiten und damit meine ich auch das Zubereiten solcher, zu genießen? Alles muss immer schnell, schnell gehen, effizient sein; auch beim Essen. Wir vergessen dabei, dass es beispielsweise unheimlich entspannend sein kann, stumpf Zutaten wie Pilze oder Möhren zu schnippeln. Mach dir mal Folgendes klar: Es entsteht etwas, selbst beim Kleinschneiden, dass man anschließend anfassen kann (anders als bei vielen Bürotätigkeiten, die wir heutzutage ausüben). Für mich hat das immer etwas Meditatives (mit dem Abwasch ist es übrigens genauso). Ich finde außerdem, dass wir das Kochen nicht länger als Zwang betrachten sollten, sondern als etwas, dass Spaß bringt und bei dem man obendrein seine Kreativität anregen kann. Spannend wird es beispielsweise, wenn du beim Kochen der Zutaten plötzlich mit Gewürzen experimentierst oder nur drei Zutaten zur Hand hast. Dann beginnt das Improvisieren. Gleichzeitig kannst du durch Gewürze unglaublich viele verschiedene Geschmacksrichtungen kreieren und entdecken. Essen ist so etwas Essentielles, dass wir den Mahlzeiten aus meiner Sicht unbedingt wieder einen höheren Stellenwert einräumen sollten. Es lohnt sich, hier dranzubleiben und Neues auszuprobieren.

Punkt 5: Belohnungen haben kurze Beine.

Genauso wie du dich nach einem langen Arbeitstag mit nutzlosen Dingen belohnen kannst, funktioniert das auch wunderbar über das Essen. Abends noch süße Schokolade und/oder fettige Pizza … und dir scheint es im nächsten Moment schier wunderbar zu gehen, obwohl du vor einer halben Stunde noch schlecht gelaunt warst. Es ist heute in all unserem Überfluss auch zu einfach, mal eben schwuppdiwupp ein Bedürfnis befriedigen, das kurzfristig aufgekommen ist. Doch was ist der Preis dafür? (Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen:) Hattest du schon mal einen Fettkater? Wenn du kaum einschlafen kannst, weil dir fettiges, schwer verdauliches Essen im Magen liegt, dann weißt du was ich meine. Oder was ist mit der Antriebslosigkeit oder der schlechten Laune am nächsten Morgen? Ist dir das die „schnelle, süße, fettige oder salzige Belohnung“ wert? Vielleicht sollten wir uns, statt zu diesen „Belohnungen“ zu greifen, einmal mehr fragen, was wir in solchen Momenten versuchen zu kompensieren. Auch scheint die Frage berechtigt zu sein, warum wir glauben, uns überhaupt belohnen zu müssen?

Punkt 6: Gib nicht gleich auf bei Rückschlägen!

Ich gebe zu, das Thema Ernährung frustriert mich an manchen Tagen. Manchmal bin ich überschwänglich, habe das Gefühl, alles im Griff zu haben, um im nächsten Moment zu spüren, dass mir alles dermaßen entgleitet. Was mir Kraft gibt, nach Rückschlägen wie in dieser Woche immer wieder von Neuem optimistisch weiterzumachen, und das Ziel der „gesunden Ernährung“ zu verfolgen, sind die Momente, in denen etwas geklappt hat, ich standhaft war oder ich ein neues, leckeres Rezept entdeckt habe. Außerdem versuche ich nicht länger, wenn etwas schief gelaufen ist, mich mit Selbstvorwürfen zu malträtieren. Stattdessen mache ich mir Gedanken, wie ich es beim nächsten Mal einfach besser machen kann. Und wenn es kleine Schritte sind, die dich deinem Ziel näher bringen, ist das auch okay … Denn auch sie bringen dich letzten Endes ans Ziel. Wichtig ist immer, aus Fehlern zu lernen. Also haken wir die letzte schlechte Ernährungswoche ab und blicken stattdessen nach vorn in eine neue Woche, in der es heißt, die gesunde Ernährung wieder eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Jeder von uns hat es selbst in der Hand. Machen wir was draus!

Vom Suchen und Erkennen echter Lebensmittel

5.1.2
Gehören zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung: frische, unverarbeitete, pflanzliche Lebensmittel (Foto: Peter_Pleischl / pixelio.de)

Hast du dich schon einmal gefragt, was Lebensmittel genau sind? – Laut Wikipedia sind darunter Substanzen zu verstehen, die konsumiert werden, um den menschlichen Körper zu ernähren. Sie sind lebensnotwendig, bestehen im Wesentlichen aus Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Lipide, Proteine) und führen dem Menschen chemisch gebundene Energie zu. So weit so gut. Hast du inzwischen nicht aber auch das Gefühl, dass richtige Lebensmittel immer mehr von einer anderen Art der Nahrungsmittel, dem so genannten Convenience Food verdrängt werden? Diese englische Buchstabenfolge heißt so viel wie „bequemes Essen“ und steht, ebenfalls laut Wikipedia, für vorgefertigte Lebensmittel, bei denen Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernehmen, um weitere Zubereitungen, beispielsweise in Privathaushalten oder der Gastronomie, zu erleichtern. Erfunden wurde das Convenience Food irgendwann in den 50er Jahren und hat seitdem eine unglaubliche Erfolgsgeschichte in unseren westlichen Ländern hingelegt.

Wenn du zu den Ottonormalverbrauchern zählst wie ich, dann wirst du deine Lebensmittel in den vielen Supermärkten kaufen, die es in den Städten und Dörfern gibt. Zum Teil sprießen sie dort auch wie Pilze aus dem Boden. (In der Großstadt gefühlt aller 200 Meter.) Ich bin einerseits immer wieder sehr erstaunt über die steigende Zahl der Supermärkte, im nächsten Moment aber auch wieder nicht. Essen ist für das Leben essentiell und hat für uns auch etwas mit Genuss zu tun. Nun ja, leider übertreiben wir es mit dem Genuss inzwischen wohl etwas und sind nun unersättlich geworden nach den verführerisch, leckeren Sachen, die es beispielsweise in den ganzen Supermärkten gibt. Dem Convenience Food, das vor allem süß, salzig und fettig daher kommt …

Ein Miniabriss über „bequemes Essen“ aus dem Supermarkt

Du stehst im Supermarkt und greifst dir eine Dose Fertigravioli, die dir mit ihrem schön gestalteten Bild direkt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. „Eine Mahlzeit ohne lange kochen zu müssen. Schnell warm gemacht und Zeit gespart für andere Dinge“, denkst du dir. Dann wirfst du einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Mahlzeit auf der Rückseite der Dose und die Freude an das Essen verblasst langsam. Wörter wie modifizierte Stärke, Geschmacksverstärker oder Eigelbpulver springen dir da entgegen. Aneinandergereihte Buchstaben mit denen du nicht wirklich etwas anfangen kannst und die das Produkt so technisch, so designt daher kommen lassen. Du stellst die Dose zurück und probierst es stattdessen mit Tiefkühlpizza. Doch auch bei diesem Produkt findest du Wörter wie aufgeschlossenes Sojaeiweiß, Säuerungsmittel wie Milchsäure oder Hefeextrakt auf der Zutatenliste. Eine komplizierte Kette von Nährstoffen, die industriell so zusammengefügt wurden, dass sie am Ende das Aussehen eines Nahrungsmittels annehmen.

Viele der Produkte, die wir in den heutigen Supermärkten und Discountern vorfinden, sind industriell weiterverarbeitet. Wir haben hier Substanzen in schönen Verpackungen, die zwar essbar sind und den Anschein von Lebensmitteln haben, es aber letzten Endes gar nicht sind. Zudem stellt sich immer wieder die Frage, ob uns diese zusammengefügten Nährstoffe überhaupt gut tun und ausreichend Energie spenden, um uns erfolgreich durch den Tag zu bringen? Ich habe mir diese Fragen aufgrund meiner Vorgeschichte irgendwann mit „Nein!“ beantwortet und mich im Zuge dessen langsam auf die Suche nach Alternativen begeben.

Allerdings ist das alles auch wieder gar nicht so einfach. Viele Produkte erwecken zunächst nämlich gar nicht den Anschein, als seien sie industriell weiterverarbeitet. Deshalb heißt es erst mal, echte Lebensmittel von den modifizierten zu unterscheiden. Einen guten Ansatz dafür hat aus meiner Sicht der Autor und Journalist Michael Pollan entwickelt und in dem Buch „Lebensmittel“ niedergeschrieben:

  • Essen Sie nichts, was Ihre Urgroßmutter nicht als Lebensmittel erkannt hätte.
  • Meiden Sie Lebensmittel, die a) Ihnen unbekannte, b) unaussprechliche, c) mehr als fünf Zutaten oder d) fructosereichen Maissirup enthalten.
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die auf ihrer Verpackung behaupten, gesund zu sein.
  • Erledigen Sie Ihre Einkäufe an der Peripherie des Supermarkts, und machen Sie einen Bogen um seine Mitte.
  • Kehren Sie dem Supermarkt den Rücken, wann immer es Ihnen möglich ist.

Diese fünf Punkte sind inzwischen zu einem Mantra für mich geworden, das ich mir jeden Tag vor Augen halte. Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, denn bei knurrendem Magen lockt das schnelle, bequeme Essen. Wichtig ist jedoch, ein Bewusstsein für die Thematik zu entwickeln und zu aktzeptieren, dass du, wenn du dich für „bequemes, schnelles Essen“ entscheidest, auch mit den Konsequenzen leben musst, wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder schlechter Laune. (Ja, ich bin heute auch davon überzeugt, dass Essen selbst unsere Stimmungen beeinflussen kann.)

Was mich dazu bringt, echte Lebensmittel zu konsumieren

Wenn ich heute in einen Supermarkt gehe, hat das zur Folge, dass ich mich automatisch inzwischen immer am längsten in der Obst- und Gemüseabteilung aufhalte. (Ich weiß, auch hier gibt es wieder Fallstricke …) Förderlich ist außerdem, dass ich mit der Zeit Gefallen daran gefunden habe, neue Geschmacksrichtungen zu erkunden. (Dieses ganze Convenience Food schmeckte irgendwann einfach nur noch nach Einheitsbrei.) Wichtig ist außerdem, dass ich anders als bei Fertigprodukten selbst entscheide, welche Zutaten, Gewürze oder Kräuter verwendet werden. Demzufolge entscheide ich auch über den Geschmack des Essens und gelange so in gewisser Weise ein stückweit Kontrolle über meine Nahrungszufuhr zurück.

Ein Gericht selbst zuzubereiten, kostet Zeit. Korrekt. Doch obendrein bringt es auch Freude und vielleicht gibst du mir Recht wenn ich sage, dass das Essen durch das Selbermachen (und nicht nur Aufwärmen) noch besser schmeckt. Wenn du echte Lebensmittel konsumierst, fällst du zudem in kein Loch, weil der Insulinspiegel ins Unermessliche steigt. Du fühlst dich stattdessen gut, gesund und leistungsfähig. Alles Faktoren, die mich dazu bewegen, bei meiner Nahrungsaufnahme auf echte Lebensmittel zu setzen. An einen Knackpunkt gerate ich aktuell allerdings immer wieder. Und zwar  wenn es darum geht, die Nahrungszufuhr tagsüber, während der Berufstätigkeit gesund zu gestalten …